Lust auf mehr Blogartikel?
Schreib mir!

Von China bis Japan: Die Top 10 der gemeinsten Auslands-Fettnäpfchen und wie du sie gekonnt umschiffst


Du liebst Asien? Oh yes! Me toooo! Und lieben ist wirklich fast noch untertrieben. Fakt ist: Beim Wort „Asien“ hüpft mein Herz direkt fünfmal vor Freude in die Höhe und in meinem Kopf spielen sich sofort Auslands-Abenteuerfilme mit Mark Chao und Jackie Chan ab.

Denn ich denke an Thailand, dampfende Garküchen, ratternde Tuk-Tuks und mein Praktikum in Bangkok nach dem Bachelor-Studium, was eines der großartigen Erlebnisse meines ganzen bisherigen Lebens war. Dazu gibt es übrigens einen spannenden Blogartikel: 90 Days in Bangkok: Warum ein Praktikum in Thailand auf deine To-Do-Liste muss. Also check it out! Ist einer meiner Lieblingsartikel. 🙂

Ich denke aber auch an mein Austauschprogramm in China, wuselige Food-Märkte, magische Tempelstädte, glitzernde Hochhausfassaden und die vielen Freundschaften, die ich in diesem faszinierenden Mega-Land geschlossen habe – völlig ohne Chinesisch zu sprechen übrigens.

Und ich denke an meine unzähligen Soloreisen durch diverse unglaublich spannende Länder auf diesem großartigen Kontinent: Von Indien über Vietnam, von Kambodscha über Indonesien und die Philippinen, von Hongkong und Taiwan bis Malaysia und Singapur. Dieses Jahr stehen übrigens Korea und Japan auf meiner Soloreiseliste. Und ich kann es wirklich kaum erwarten! Wohooo!

Und da mein Lebensmotto ist, dass man sich beim Weltenbummeln zumindest so gut auf sein Gastland vorbereiten sollte, dass man nicht direkt beim Verlassen des internationalen Flughafens als plumper und unzivilisierter Ausländer auffliegt, habe ich mich schon mal mit wirklich wichtiger Reiselektüre eingedeckt.

Nämlich mit dem passenden Fettnäpfchenführer, den es übrigens für alle möglichen Länder gibt. Der ist nämlich viel wichtiger als jeder reguläre Reiseführer mit irgendwelchen Besichtigungstipps, die es ohnehin kostenlos bei Google gibt.

auslands fettnaepfchen literatur 1
Großartige Auslandsvorbereitung: Die Fettnäpfchenführer für alle möglichen Länder!

Okay, zum Thema „sich als Ausländer(in) outen“: Zugegebenermaßen oute ich mich allein durch mein Aussehen in Asien ja schon als Ausländerin. Aber das ist egal. Es geht darum, bei den einheimischen Mitmenschen seines Gastlandes einen guten Eindruck zu machen nicht durch schlechtes Verhalten oder kross-kulturelle Gemeinheiten oder Mishaps aufzufallen.

Denn Freund*innen der Auslandsabenteuer, wenn wir irgendwo Gast sind, dann haben wir uns zu benehmen! Ignoranz tut selten gut. Und Ignoranz hilft übrigens auch nicht dabei, einen internationalen Freundeskreis aufzubauen, was aus meiner Sicht das absolut Beste ist, das du für dich und dein Leben langfristig tun kannst.

Warum du im Ausland immer versuchen solltest, Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen und internationale Freundschaften aufzubauen, das habe ich übrigens hier für dich: You Never Really Travel Alone: Warum Freunde finden im Ausland 10x einfacher ist als zuhause. Check it out! Und damit das gelingt, ist ein gewisses interkulturelles Fingerspitzengefühl wichtig und dass wir uns in unserem Gastland respektvoll verhalten und die lokale Etikette berücksichtigen.

auslands fettnaepfchen bangkok
Auslands-Fettnäpfchen gibt’s in Thailand jede Menge! 🙂

Außerdem repräsentieren wir ja auch immer unser Heimatland, wenn wir in die Welt hinausziehen. Und für viele Menschen in unserem Gastland sind wir der erste – und vielleicht auch für immer einzige – Kontakt zu einem Menschen aus Europa oder Deutschland. Das sollte uns immer bewusst sein.

Und wollen wir auf ewig in der Erinnerung dieser Person als Europäer*in verankert sein, der oder die sich in Thailand, China, Japan oder sonst wo wie die Axt im Walde benommen hat? Sicherlich nicht. Wir wollen positive Erinnerungen an uns als Person, als Deutsche*n und als Europäer*in hinterlassen.

Das beinhaltet also auch, dass wir uns vorab immer mit der Kultur unseres Gastlandes beschäftigen sollten, um nicht sämtliche Schlaglöcher und kulturellen Fettnäpfchen mitzunehmen, die sich in unserer neuen Heimat so auftun.

Und glaub mir, in Asien gibt es jede Menge solcher kultureller und zwischenmenschlicher Schlaglöcher! Saß ich selbst schon in welchen drin? JA! Obwohl ich mich wirklich immer gut auf meine Abenteuertrips vorbereite. Nach insgesamt sechs Auslandsjahren kann ich dir sagen: Immer absolut alle kulturellen Minenfelder zu umschiffen, ist mission impossible!

Aber du solltest immer versuchen, in so wenige kulturelle Stolperfallen wie möglich zu tappen. Wenn du also einen längeren (oder auch nur kürzeren) Aufenthalt oder ein Auslandsjahr in Asien planst, dann solltest du dir das hier zu Herzen nehmen. Denn so verschieden die Länder in Asien, so unterschiedlich auch die Stolpersteine der lokalen Etikette. Alle hier aufzulisten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Deshalb gibt’s für dich meine persönlichen TOP 10 der Auslands-Fettnäpfchen in Asien, in die wir als Deutsche tendenziell leicht schlittern können. Und mit denen ich mich für meine Aufenthalte in Thailand, China, Indien und so weiter selbst befasst habe – und: spoiler! – trotzdem in manche reingeschlittert bin. Also Augen auf und los geht’s!

Platz 10 meiner Auslands-Fettnäpfchen: Auf wegfliegende Geldscheine treten

Starten wir in die Fettnäpfchen in Asien mit einem meiner absoluten Lieblingsländer: Thailand. Hier habe ich aus meiner Praktikumszeit viele thailändische Freundinnen, die ich immer wieder besuche, wenn ich Richtung Asien oder Australien fliege und die Möglichkeit habe, einen Zwischenstopp in Bangkok einzulegen.

Die kulturellen Unterschiede zwischen Thailand und Deutschland sind immens und es überrascht mich immer wieder (im positiven Sinne), dass es so viele thai-deutsche Beziehungen oder auch Ehen gibt, die aller kulturellen Unterschiede zum Trotz harmonisch zu funktionieren scheinen. Hier ist viel interkulturelles Bewusstsein und Fingerspitzengefühl nötig.

Ein Auslands-Fettnäpfchen, in das wir Deutsche in Thailand sehr easy tappen können, ist eines, das mit den Herrschern des Landes zu tun hat. Sprich: mit dem thailändischen Königshaus. Die Thais lieben und verehren ihre Monarchen.

Das merkt man auch daran, dass Bilder der Königsfamilie an öffentlichen Plätzen, in Geschäften, natürlich in Behörden, aber auch in den Wohnzimmern von Privathäusern hängen. Kurzum: Der König und die königliche Familie genießen in Thailand breitflächig höchsten Respekt.

König Bhumibol Adulyadej war bis zu seinem Tod im Jahr 2016 das am längsten regierende Staatsoberhaupt der Welt. Sein Abbild befindet sich nicht nur auf Aufstellern, Bildern, usw., sondern beispielsweise auch auf thailändischen Geldscheinen.

Auslands-Fettnäpfchen in Thailand: Dem König keinen Respekt zollen.
Platz 10 der Auslands-Fettnäpfchen: In Thailand dem König keinen Respekt zollen.

Und hier beginnt das Auslands-Fettnäpfchen, das du in Thailand unbedingt umschiffen solltest: Mit dem Fuß auf einen Geldschein treten, der das Abbild des Königs trägt. Dudumm. Kaum etwas wird in Thailand als respektloser empfunden, als mit dem Fuß, welcher als schmutzig gilt, das Abbild des Königs oder der Königsfamilie zu berühren.

Wenn dir also ein Geldschein runterfällt und im thailändischen Wind wegflattert – tu niemals das, was für uns Deutsche das Naheliegendste ist: mit dem Fuß auf den Geldschein treten, um ihn festzuhalten. Niemals! Dies wird ein Schockmoment für alle umstehenden Thais sein und ist an Respektlosigkeit kaum zu überbieten. Mitunter fällt das sogar in die Kategorie Majestätsbeleidigung und das ist ein absolutes NO.

Sei dir dessen bewusst, dass du dich in Thailand mit einem unbewussten falschen Schritt direkt ins soziale Aus katapultieren kannst. Außerdem kann dich Majestätsbeleidigung in Thailand in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Den wegfliegenden Schein also bitte immer mit der Hand festhalten.

Und damit weiter zum nächsten Auslands-Fettnäpfchen, für das wir noch in Thailand bleiben – und das mit dem Geldschein-Fettnäpfchen in Zusammenhang steht.

Platz 9: Mit dem Fuß auf Personen und Buddha-Statuen zeigen

Der Fuß ist ein Körperteil, das sich ganz unten am Körper befindet und deshalb quasi das rangniedrigste Körperteil ist. Im Gegensatz zum Kopf, der in der Rangfolge der Wichtigkeit ganz oben ist und in Thailand (und auch noch einigen anderen Ländern) als Sitz der Seele gilt. Warum das wichtig ist, dazu kommen wir später noch.

Was man mit seinen Füßen anstellt oder auch nicht anstellen sollte, ist wichtig in Thailand. Denn allgemein gilt: Halte deine Füße von anderen Menschen und auch Buddha-Statuen, Buddha-Bildern und anderen Abbildungen Buddhas fern.

Platziere deine Füße niemals so, dass sie auf andere Menschen oder Buddha zeigen. Denn das gilt – wie das Treten auf Geldscheine mit dem Abbild des Königs – als höchste Respektlosigkeit im buddhistisch geprägten Thailand.

Auslands-Fettnäpfchen in Thailand: Zeige niemals mit dem Fuß auf Buddha!
Auslands-Fettnäpfchen in Thailand: Zeige niemals mit dem Fuß auf Buddha!

Leider sehe ich immer wieder Ausländer*innen, die in genau dieses Fettnäpfchen auf Reisen durch Thailand treten. Wer längere Zeit in Thailand lebt und kulturell aufmerksam ist, der wird recht schnell merken, dass die Thais wenig Toleranz für Ausländer*innen haben, die in das Fuß-Fettnäpfchen steigen.

An wichtigen Tempeln, die von Tourist*innen häufig besucht werden, hängen mitunter mehrsprachige Hinweisschilder, die genau darauf hinweisen (teilweise sogar mit Bebilderung). Don’t point your feet at Buddha! In Tempeln und bei religiösen Zeremonien gilt es, die Füße in einer extra dafür vorgesehenen Sitzposition nach hinten zu klappen und damit zu vermeiden, dass sie nach vorne Richtung Buddha-Statue zeigen.

Und wer aufmerksam ist und kulturelle Unterschiede ernst nimmt (was du immer tun solltest), der sieht auch, wie genau die Thais selbst sich in einem Tempel hinsetzen und verhalten. Und daran gilt es sich ein Beispiel zu nehmen, um nicht unangenehm aufzufallen. Als Faustformel gilt, die Füße beim Sitzen immer unter dem Stuhl (niemals auf dem Stuhl) und beim Sitzen am Boden nicht nach vorne gestreckt, sondern nach hinten geklappt zu verwahren. 😉

Und weiter geht’s mit dem nächsten Auslands-Fettnäpfchen, in das wir Deutsche extrem leicht tappen können. Hier kommt Platz 8!

Platz 8: Menschen (insbesondere Kinder) am Kopf berühren

Der Kopf gilt in Thailand als Sitz der Seele, haben wir bereits gelernt. Dieser kulturelle Unterschied ist einer, der uns Deutschen erstmal nicht bewusst ist beziehungsweise eher unterschwellig daher kommt. Denn in Deutschland, Österreich und in den meisten europäischen Ländern hat der Kopf keine spirituelle Bedeutung, deren Integrität es zu wahren gilt.

Gleichzeitig ist es bei uns als ein Zeichen von Zuneigung, Anteilnahme, Akzeptanz und Liebe kulturell anerkannt, dass man anderen Menschen über den Kopf streicht. Vor allem Kindern. Ein Kind in liebevoller Absicht am Kopf zu berühren, ist in Deutschland ziemlich normal und auch gesellschaftlich akzeptiert, würde ich behaupten. Ob dieses Kind nun mit einem selbst verwandt ist oder nicht.

Bei Erwachsenen ist das auch in unseren Breitengraden vielleicht ein klein wenig anders. Ich meine: Keiner von uns würde wahrscheinlich einfach so hergehen und einem fremden Erwachsenen mal eben im Supermarkt am Tomatenstand über den Kopf streichen. Einem Kind aber vielleicht schon.

Platz 8 der Auslands-Fettnäpfchen: Fremde Kinder am Kopf berühren
Platz 8 der Auslands-Fettnäpfchen: Fremde Kinder am Kopf berühren.

Beides ist in Thailand ein gesellschaftliches Tabu, das es zu beachten gilt. Auch und vor allem für uns Europäer*innen. Denn wir sind einfach oft dazu geneigt, genau das zu tun: einem als süß empfundenen kleinen Menschen, sprich einem Kind, über den Kopf zu streichen. Einfach so.

In Thailand und übrigens auch in Malaysia gilt: Finger weg! Don’t do it! Denn den Sitz der Seele eines Menschen, also den Kopf, einfach so anzufassen (um nicht zu sagen anzutatschen), ist in Thailand gesellschaftlich inakzeptabel und wird als Grenzüberschreitung und Respektlosigkeit gewertet. Den Kopf des anderen zu berühren, ist prinzipiell erstmal nur innerhalb von Familien und beim eigenen Partner bzw. der eigenen Partnerin erlaubt.

Selbst unter Freunden ist es nicht üblich, einfach so aus einer Laune heraus den Kopf des anderen zu berühren. Als Beispiel dazu: Meine Arbeitskollegin aus meinem Praktikum in Bangkok, die mittlerweile eine gute Freundin von mir ist, fragte mich irgendwann einmal, ob sie mir eine Blume ins Haar stecken dürfe. Und da kannten wir uns schon jahrelang. Ihr seht also: das ist kein Witz.

Bei Körperkontakt in der Öffentlichkeit ist in vielen Ländern der Welt ohnehin Vorsicht geboten, da genau das eben nicht gerne gesehen wird. Warum? Weil es als etwas Privates eingestuft wird und deshalb nicht in die Öffentlichkeit getragen werden sollte.

Wenn Tourist*innen in ein Fettnäpfchen auf Reisen treten, dann ist es übrigens sehr häufig genau dieses: Körperkontakt in der Öffentlichkeit in einem Land, in dem genau das als deplatziert empfunden wird. Achtung also, wer als Paar in der Welt unterwegs ist: Wahrt in der Öffentlichkeit die zurückhaltende Distanz zueinander, um nicht negativ aufzufallen!

Denn merke: In vielen Ländern dieser Welt wird bereits das Händchenhalten außerhalb der eigenen Wohnung als unangebracht wahrgenommen. Also, keep your distance! Damit könnt ihr auf jeden Fall nichts falsch machen. Und damit geht’s weiter zum nächsten Auslands-Fettnäpfchen in Asien.

Platz 7: Den Teller komplett leer essen, auch wenn’s schmeckt

So, Freund*innen der Auslandsabenteuer! Kommen wir zu einem meiner Lieblingsthemen, nämlich Food! Und da schließt sich natürlich – wie sollte es auch anders sein – das ein oder andere Food-Fettnäpfchen an.

Das Essen ist wirklich eines der großartigsten Dinge überhaupt in Asien. Nirgendwo kann man so lecker, so abwechslungsreich, so frisch und so günstig essen wie an den Straßenständen und Garküchen in Thailand, China, Taiwan, Hongkong und auch in Singapur. Korea und Japan werden da sicherlich ebenfalls mithalten können.

Platz 7 der Auslands-Fettnäpfchen: Immer alles aufessen. Don't do it! Auch wenn es schwerfällt.
Platz 7 der Auslands-Fettnäpfchen: In China immer alles aufessen. Don’t do it! Auch wenn es schwerfällt.

Nicht umsonst steht jeder Auslandsaufenthalt und auch jede Reise, die ich mache, unter dem Motto „food & friends“. Heißt, dass ich Freunde irgendwo auf dieser Welt besuche und mit ihnen die leckersten Spezialitäten essen gehe. Denn Einheimische haben immer die besten Food-Tipps, ist ja eh klar. Aber zurück zu den Fettnäpfchen auf Reisen bzw. den Fettnäpfchen in Asien.

Während meines Austauschprogramms in China habe ich mich tatsächlich nichtsahnend in ein Food-Fettnäpfchen nach dem nächsten gesetzt. Denn es wurde fast ständig für mich gekocht. Von chinesischen Freunden, von Fremden, von Gastfamilien und von Restaurants, die üppige Gala-Dinner für unsere lustige deutsch-chinesische Gruppe auftischten.

Und was tat ich? Ich aß. Mit voller Leidenschaft! Bis alles leer war. Kein Witz. Und was geschah? Es wurde ständig Essen nachgeliefert. Noch ein Gericht hier, noch eine Nachspeise da. Noch ein paar Snacks für zwischendurch… es hörte einfach nie auf. Und ich aß alles auf. Happy as a clam.

Friends & food - die beste Kombination beim Weltenbummeln!
Friends & food – die beste Kombination beim Weltenbummeln!

Großes No-Go! Das war ein klarer Fall von „kulturelle Unterschiede nicht bedacht“, liebe Julia! Denn alles bis auf den letzten Bissen aufzuessen signalisiert dem Gastgebenden, dass das Essen wohl nicht ausreichend war. Reaktion: Er oder sie wird weiter kochen und weitere Speisen auf den Tisch stellen. Das ist übrigens weniger ein Fettnäpfchen auf Reisen als ein Fettnäpfchen, wenn man längere Zeit in China lebt.

Denn wer in China ausschließlich Tourist*in ist, der wird tendenziell eher nicht in den Genuss kommen, von chinesischen Freunden bekocht zu werden. Wobei – von Gastfamilien vielleicht wieder schon. In jedem Fall schadet es nicht, sich dessen bewusst zu sein, dass du in China immer einen Höflichkeitsbissen auf dem Teller oder in der Schüssel lassen solltest.

Denn wenn du das nicht tust, wird so lange gekocht, bis du platzt! Und auch hier spreche ich aus eigener Erfahrung… 🙂 Und weiter geht’s mit dem nächsten Auslands-Fettnäpfchen!

Platz 6: Am Tisch die Suppe nicht schlürfen, aber ins Taschentuch rotzen

Bleiben wir für unsere Fettnäpfchen in Asien direkt noch ein wenig in China. Ich würde mal behaupten, dass die Esstisch-Etikette im Land der Mitte eines der größten Fettnäpfchen in Asien ist, in das man sich als Europäer*in setzen kann. Denn kulturelle Unterschiede zwischen Europa und China sind am Esstisch allgegenwärtig.

In unseren Breitengraden gilt es als unhöflich bis unzivilisiert, eine Suppe mit lauten Geräuschen zu schlürfen – in China gilt genau das als Zeichen der Wertschätzung für den Koch oder die Köchin. Das Schlürfen der Suppe ist hier also explizit erwünscht. Mit dem Schmatzen verhält es sich ähnlich. Wer es nicht tut, dem kann schnell mal unterstellt werden, dass der Geschmack des Essens mangelhaft war. Und wer will schon den Koch oder die Köchin beleidigen…

Umgekehrt ist es bei uns völlig normal, sich am Esstisch lauthals die Nase zu putzen und dann das benutzte Taschentuch auch noch ekelhafterweise mit auf den Esstisch zu legen. Das wiederum ist in China ein No-Go (und sollte auch bei uns eines sein!).

Genauso ist es in China übrigens ein No-Go, die Essstäbchen vertikal in eine Reisschüssel zu stecken. Wer fertig ist mit dem Essen, der sollte die Stäbchen entweder auf den Teller oder quer über die Schüssel legen, aber nicht senkrecht in eine Reisschale pieksen. Denn diese Geste ist Trauerzeremonien vorbehalten, bei denen Räucherstäbchen senkrecht in eine Schale gesteckt werden. Gilt in Korea und Japan übrigens auch.

Der richtige Ablageplatz für Stäbchen: neben der Reisschüssel, nicht darin.
Der einzig richtige Ablageplatz für Stäbchen: neben der Reisschüssel, nicht darin.

Also don’t do it, wenn du dich hier nicht als ignorante*r Ausländer*in outen willst. Bei der Essstäbchen-Etikette ist für uns Europäer*innen ohnehin Vorsicht geboten. Denn mit Stäbchen kennen wir uns traditionell nicht aus. Also gilt: Um Essstäbchen-Fettnäpfchen in Asien zu vermeiden, schau dir die einheimischen Gäste in einem Restaurant an. Und iss so, wie sie essen.

Übrigens: Warum du aller möglichen Auslands-Fettnäpfchen und sonstiger kultureller Fallen zum Trotz mit einem Auslandsjahr in deinem Leben nur gewinnen kannst, das kannst du übrigens hier nachlesen: Cheers, Planet Awesome! 5 Mind-Blowing Lessons Learned from Living Abroad. Hier geht’s darum, was ich in meinen sechs Auslandsjahren gelernt habe, das geradezu augenöffnend für mich als Deutsche war und wovon ich bis heute profitiere. Und was auch dich nur weiterbringen kann.

Denn kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und dem Rest der Welt sind real. Das heißt aber nicht, dass die gesellschaftlichen Regeln, wie wir Deutsche sie für uns definiert haben, immer besser sind als die in anderen Ländern. Sie sind einfach nur anders. Es gilt, auf diesem Planeten voneinander zu lernen, um the best of all worlds zu bekommen. Mit offenem Geist und offenem Herzen.

Aber bevor ich abdrifte, lass uns weitermachen mit dem nächsten Auslands-Fettnäpfchen, in das wir Deutsche gerne treten, wenn man uns denn lässt. Also, weiter geht’s!

Platz 5: Kaugummi kauen

Das nächste gemeine Auslands-Fettnäpfchen befindet sich in einem asiatischen Land, das ich extrem faszinierend finde: Singapur. Denn Singapur vereint auf sehr charmante Weise zwei Welten: East and West.

Singapur hat großartiges Essen und ist als Land perfekt organisiert, vom öffentlichen Verkehr bis zur Navigierbarkeit als Ausländer*in. Was natürlich auch damit zu tun hat, dass in Singapur Englisch Landessprache ist, was für Zugereiste weniger Fallstricke birgt.

Nichtsdestotrotz sind auch Fettnäpfchen auf Reisen durch Singapur allgegenwärtig. Und zu dem Auslands-Fettnäpfchen, in das man in Singapur wirklich absolut nie treten sollte, kommen wir jetzt! Es betrifft: des Deutschen liebstes Langeweile-, Hunger- und Mundgeruchs-Bekämpfungsmittel, den Kaugummi. Denn der ist in Singapur verboten. Und zwar per Gesetz.

Und damit selbst diejenigen Ausländer*innen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, keine Ausrede à la „Hab ich nicht gewusst…“ haben, macht Singapur mit Bildmaterial unmissverständlich klar, was hier Sache ist. Dieses Hinweisschild stammt übrigens aus dem Bus, mit dem ich von Malaysia nach Singapur gefahren bin.

Das wohl klebrigste Auslands-Fettnäpfchen in Asien: Kaugummi kauen.
Das wohl klebrigste Auslands-Fettnäpfchen in Asien: Kaugummi kauen. In Singapur strengstens verboten!

Merke: Wrigley’s Doublemint Minzgeschmack ist hier nicht! Einfuhr verboten. Verkauf verboten. Kauen verboten. Gilt natürlich auch für alle anderen Kaugummi-Marken. So hält Singapur seine Straßen und öffentlichen Plätze sauber. Macht meiner Meinung nach total Sinn. Allgemein ist das Wegwerfen von Abfall, auch Zigarettenresten, in dem Stadtstaat strikt untersagt und wird in Singapur mit Geldstrafen geahndet.

Also watch out! Denn dieses Auslands-Fettnäpfchen kann dich teuer zu stehen kommen, wenn du dich hier als nichtwissend outest. Besser also mal alle Taschen durchschauen, was da so drin ist, bevor du dich in einen Flieger (oder in den Bus) nach Singapur setzt.

Denn sonst ist die Auslandskasse schneller leer, als du den Kaugummi am Flughafenzoll am Singapur International Airport wieder ausgespuckt hast (bitte nicht auf den Boden!).

Platz 4-1: Japan & Korea – stay tuned!


So, Freund*innen der Auslandsabenteuer! Hier machen wir jetzt mal einen Cut. Denn die Plätze 4-1 will ich mit Auslands-Fettnäpfchen zweier Länder füllen, die ich erst noch bereisen werde, nämlich Korea und Japan. Jedenfalls habe ich schon einiges über die kulturellen Fettnäpfchen gelesen, in die man als Ausländer*in dort potenziell treten kann.

Aber ob all das so stimmt, das will ich selbst herausfinden! In Japan und Korea sehe ich mir unter anderem an, ob folgende kulturelle Unterschiede bzw. Fettnäpfchen dort ein Thema sind:

1.) Das Geschenkpapier achtlos aufzureißen soll in Japan als No-Go gelten. Das werde ich testen, indem ich meinen japanischen Freunden ein Geschenk aus Deutschland mitbringen und genauestens beobachten werde, wie sie es öffnen.

2.) In Japan ohne Toilettenschuhe aufs Klo zu gehen, soll ebenfalls ein Bruch der japanischen Etikette sein. Ob das stimmt und wie solche Toilettenschuhe aussehen – I will find out!

3.) In Korea soll man angeblich erst dann anfangen dürfen zu essen, wenn die älteste bzw. gesellschaftlich am höchsten positionierte Person anfängt zu essen. Auch das werde ich mir ansehen und auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen.

Also, stay tuned! Dieser Artikel ist noch lange nicht fertig. Denn in dieser Welt lauern jede Menge Auslands-Fettnäpfchen. Und die zu entdecken macht jede Menge Spaß!

Und wenn dir dieser Artikel bis hierhin gefallen hat, dann folge mir doch bei Instagram oder buche dir dein kostenloses und unverbindliches Kennenlernen mit mir, Julia! Dort kannst du mich mit all deinen Fragen zum Thema Auslandsjahr nach dem Abi löchern oder einfach nur hi sagen. Ich freue mich jedenfalls auf dich! Bis bald!

Starte ins Ausland nach dem Abi

Das könnte dir auch gefallen ❤︎

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert