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Shit happens! Die Top 5 meiner größten Auslands-Fuckups und was du daraus lernen kannst


Ein Auslands-Fuckup kommt selten allein. Und: Im Ausland kommt prinzipiell alles anders als erwartet. Das ist Fakt. Und zwar auch dann, wenn du extrem gut auf dein Auslandsabenteuer vorbereitet bist. Und auch dann, wenn du alle potenziellen Risiken und möglichen Fuckups auf dem Papier minimiert hast.

Und definitiv auch dann, wenn du dir einen Plan gemacht hast, top organisiert bist, alles eingepackt hast, alle Eventualitäten und kritischen Situationen für deinen Auslandsaufenthalt im Kopf durchdacht hast.

Selbst bei bester Vorbereitung wird hier und da etwas schiefgehen. Und es wird Fuckups geben, die du zwar theoretisch hättest vorhersehen können, in deren Falle du aber trotzdem tappst. It’s part of the experience!

Übrigens: Dieser Artikel entstand für eine „Fuckup Night“ in Salzburg, zu der ich als Speakerin eingeladen war. Die Fuckup Nights kommen aus Mexiko und sind mittlerweile eine internationale Bewegung, bei der sich Menschen weltweit auf große Bühnen stellen, um von ihrem eigenen Scheitern und schlechten Entscheidungen im Leben zu erzählen.

fuckup night studi edition
Was passt besser zu mir und meinen Auslands-Fuckups als die Studi Edition der Fuckup Nights!

Mit Humor, einem Augenzwinkern und ganz viel Mut, denn: We celebrate failure! Eine richtig tolle Idee, wie ich finde! Da habe ich natürlich nicht nein gesagt! Daher stammt übrigens auch der Begriff „Fuckup“, der so viel bedeutet wie: Eine richtig vergeigte Situation und eine echt miese Entscheidung, die unbedingt ins Rampenlicht der Öffentlichkeit muss. 😉

Und wenn du diesen Artikel gerade liest, weil du nach dem Abi in ein Auslandsjahr starten willst – herzlichen Glückwunsch zu diesem Plan und ein noch herzlicheres Willkommen zu diesem Reality Check mit Entertainmentfaktor! Du bist hier absolut richtig.

Also, los geht’s! Ich hoffe, dass meine fünf größten Fuckups aus sechs Auslandsjahren und unzähligen verrückten Reisen in alle möglichen Länder ein paar Learnings und noch mehr Lacher für dich bereithalten!

Denn merke: Manchmal wirst du im Ausland eine vermeintlich gute Entscheidung treffen und sie später bereuen. Manchmal wirst du in Fettnäpfchen treten, mit denen du nie gerechnet hättest.

Manchmal wird sich ein kleiner Moment des Glücks als so richtiger Fuckup entpuppen und du wirst die Fuckup-Konsequenzen tagelang tragen und ertragen müssen. Und manchmal kommt das Leben im Ausland einfach komplett anders, als du es dir jemals ausgemalt hättest. Na, neugierig geworden? Super!

Im Ausland gilt: Nicht nur Vorsicht vor Dieben, sondern auch Vorsicht vor Fuckups! ;-)
Im Ausland gilt: Nicht nur Vorsicht vor Dieben, sondern auch Vorsicht vor Fuckups! 😉

Denn genau um solche Situationen geht es jetzt! Ich habe ganz tief in meiner persönlichen Auslands-Fuckup-Kiste gewühlt und meine witzigsten, schmerzhaftesten, skurrilsten und lehrreichsten Erlebnisse im Ausland rausgekramt. Warum?

Damit du daraus lernen kannst, bevor du in dein eigenes Auslandsabenteuer startest. Und wenn du zurückkommst: Don’t be shy und teile auch deine persönlichen Fuckups im Ausland mit mir – denn sie werden dich garantiert ebenso wenig verschonen: hi@dowhatyouloveacademy.de! Ich freu mich schon drauf!

Aber jetzt geht’s wirklich los! Hier kommen die Top 5 meiner persönlichen und eigens verschuldeten Auslands-Fuckups und was du daraus lernen kannst. Viel Spaß!

Platz 5: Der Kapsel-Fuckup in Singapur

Los geht’s mit Platz 5 meiner größten Auslands-Fuckups, für den wir in Singapur starten. Singapur ist meiner Meinung nach immer eine Reise oder auch einen längeren Auslandsaufenthalt wert und außerdem für Auslands-Anfängerinnen extrem gut geeignet. Warum?

Singapur ist flächenmäßig klein und das Stadtzentrum gut überschaubar, man kommt super mit öffentlichen Verkehrsmitteln überall hin, der Stadtstaat ist gut organisiert, modern und prinzipiell kann man als Deutsche easy navigieren, da die Landessprache Englisch ist.

Gleichzeitig bietet Singapur eine bezaubernde Mischung aus östlichen und westlichen Prägungen. Singapur besticht mit seinem spannenden Kulturmix aus malayischen, indischen, chinesischen und britischen Einflüssen, was sich in der Buntheit seiner Bevölkerung, in seiner Architektur und im Abwechslungsreichtum von Singapurs Küche widerspiegelt.

Ich war Anfang 2020 zum allerersten Mal überhaupt in Singapur und von seiner Internationalität und kulturellen Vielfalt geradezu begeistert. Doch Singapur hat ein Problem, das auch für mich ziemlich schnell offensichtlich wurde: Der Stadtstaat leidet unter extremem Platzmangel. Was übrigens etwas ist, das sich für jede*n Besucher*in schon beim Suchen einer Unterkunft in Singapur bemerkbar macht.

Denn die Auswahl an Unterkünften im Zentrum von Singapur ist nicht gerade groß und die Preise für Hotels dementsprechend hoch. Und genau damit hat der Platz 5 meiner größten Auslands-Fuckups zu tun. Mit der Tatsache, dass eine Hotelübernachtung in Singapur ein Vermögen kostet, welches ich nicht bereit war, auszugeben. Irgendwo übernachten musste ich aber natürlich trotzdem.

Wenn du mir schon länger folgst, dann weißt du: Ersparnisse und ein gut durchdachter Finanzplan sind wichtig für alle möglichen Auslandsabenteuer. Völlig egal, ob kurz oder lang. Wie du es als Schülerin schaffst, ein kleines Vermögen für dein Auslandsjahr nach dem Abi aufzubauen, erfährst du übrigens in meinen beiden Artikeln zum Thema Sparen fürs Auslandsjahr nach dem Abi. Check them out!

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Die besten Spartipps für dein Auslandsjahr gibt’s hier bei DOWHATYOULOVE.ACADEMY!

Aber zurück zu meinem Fuckup in Singapur! Nachdem ich vor meiner Idee, Singapur zu besuchen, bereits drei Wochen im Nachbarland Malaysia verbracht und mich dort mit allen möglichen Erlebnissen, Kochkursen und Ausflügen glücklich gemacht hatte, war mein Reisebudget schon ziemlich ausgebrannt, als ich in Singapur eintraf.

Lasse ich mich deshalb von meinem Plan, mir ein paar Tage Singapur anzusehen, abhalten? Natürlich nicht! Also musste eine günstige Übernachtungsmöglichkeit her. Schließlich wollte ich nicht mein gesamtes Restbudget für ein 400-Euro-pro-Nacht-Hotel ausgeben und dann nichts mehr in Singapur erleben können. Logisch, oder? Also hatte ich plötzlich DIE Idee aller Ideen – ich buche mir einfach eine Kapsel in einem von Singapurs Raumknappheit inspirierten Kapselhotels.

Ich fand meine eigene Spontanidee übrigens auch deshalb mega, weil ich schon so oft von Kapselhotels gehört, aber noch nie eins ausprobiert hatte. Side note: Wenn man Platzangst hat – so wie ich immer mal wieder – sollte man das Kapselhotel nicht ausprobieren wollen und auch nicht ausprobieren (mein Learning nach meinem Kapselaufenthalt, aber das ist ein anderes Thema). Auch wenn es noch so spannend klingt oder die billigste Option ist – don’t do it! 😉

Du denkst, in Singapur kann man keine Auslands-Fuckups haben? Oooh doch!
Du denkst, in Singapur kann man keine Auslands-Fuckups haben? Oooh doch!

Was heißt also „Kapselhotel“? Im Endeffekt buchst du ein Bett in einem Mehrbettzimmer mit Stockbetten, es gibt aber eine Art Isolierung um dein Bett herum (deshalb die Bezeichnung „Kapsel“) und du bekommst demnach mehr Privatsphäre, als du sie in einem regulären Mehrbettzimmer hättest. Du hörst deine*n Nachbar*in auch weniger laut schnarchen, was durchaus ein Vorteil zum regulären Hostel ist.

Was mir vorher allerdings nicht klar war: Wie ein Kapselhotel eigentlich aufgebaut ist und wie so eine Kapselübernachtung konkret aussieht. Was ich auch nicht wusste: Dass sich meine persönliche Kapsel für 40 Euro die Nacht oben über einer anderen 40-Euro-Kapsel befindet. Und, dass es rauf in mein nächtliches Kapselerlebnis nur über eine Metallleiter geht.

Tja, was soll ich sagen. Mein Learning aus diesem Auslands-Fuckup: Wenn du denkst, dass du mit Mitte 30 zu alt bist, um dir ein Zimmer mit insgesamt zwölf Kapseln voller 20-jähriger Asien-Backpacker*innen zu teilen, dann ist das wahrscheinlich auch so!

Denn an meinem letzten Abend in Singapur zeigte mir das Leben ziemlich eindeutig, dass es sich manchmal durchaus lohnen kann, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, um ohne Metallleitern in das eigene Bett zu steigen. Und: Dass einem die Nachtruhe der Asien-Backpacker*innen egal sein sollte, wenn es um die eigene Sicherheit beim Leiterturnen geht und man auch mitten in der Nacht immer das Licht anschalten sollte.

Was ich nämlich nicht bedacht hatte, war: Dass eine ohnehin schwer zu bezwingende Metallleiter nachts und bei Dunkelheit zur Tritt- und Stolperfalle wird. Und, dass nur ein einziger falscher Schritt auf eben dieser Leiter zu einem Sturz führen kann, der am nächsten Morgen in der Notaufnahme des Hongkonger Flughafens endet. Und genau das war passiert.

So viel schon mal als Spoiler vorweg: Mein linker Fußknochen ist bis heute nicht wieder komplett der alte. An meiner nächsten Destination Hongkong war ich zuerst im Flughafenkrankenhaus und danach humpelnd bei der City Walking Tour (wer mich kennt, der weiß, dass mich ein eingebundener und geschwollener Fuß nicht von einer Stadtführung abhalten kann – zumindest, solange ich noch laufen kann).

Resultat des Kapsel-Fuckups in Singapur: Eine Arztrechnung von knapp 100 Euro und durch Hongkong humpeln.
Resultat des Kapsel-Fuckups in Singapur: Eine Arztrechnung von knapp 100 Euro und durch Hongkong humpeln.

The good news is: Mein Fuß war nicht gebrochen. Zumindest war das die Röntgen-Diagnose der Ärzte in Hongkong. Ein Hoch an dieser Stelle auf Dr. Cheong Tsz King von RafflesMedical im Hongkong International Airport, der meine erste Anhumpelstelle am frühen Morgen nach meinem Kapsel-Fuckup in der Nacht zuvor in Singapur war.

Der meinen Fuß in aller Herrgottsfrühe erst von allen Seiten fachmännisch röntgte und ihn dann – seinem eigenem Namen alle Ehre machend – geradezu königlich einbandagierte. You guys are great! Und mit einer guten Auslandskrankenversicherung wie meiner ist ohnehin alles nur halb so schlimm.

Mein persönliches Learning aus diesem Auslands-Fuckup: Ich hätte ihn vermeiden können, wenn ich nicht an meiner Übernachtung in Singapur hätte sparen wollen. Heißt für dich: Wenn du schon kein Geld für ein gutes Hotel im Ausland ausgeben willst, dann buch dir im Kapselhotel wenigstens das untere Bett!

Platz 4: Der Massage-Fuckup in Thailand

Platz 4 meiner größten Auslands-Fuckups führt uns in eins meiner Lieblingsländer: Thailand! Wer mir schon länger folgt, der weiß, dass Thailand quasi meine zweite Heimat ist. Denn ich habe nach meinem Bachelor-Studium ein Auslandspraktikum in Bangkok gemacht und komme seitdem immer wieder zurück in die pulsierende Megacity, um Freundinnen aus meiner Praktikumszeit zu besuchen.

Wenn du wissen willst, warum ein Praktikum in Thailand unbedingt auf deine To-Do-Liste muss, dann klick dich direkt im Anschluss in meinen Artikel 90 Days in Bangkok! Dort teile ich all meine Insights und Erfahrungen aus meiner Praktikumszeit in Bangkok und du erfährst, warum ich dir ein Auslandspraktikum in Thailand absolut ans Herz lege. Also, merk dir den Artikel direkt vor! 🙂

Auch in Thailand besteht durchaus die Chance auf einen Auslands-Fuckup! Und wer ihn sucht, der wird ihn finden. :-)
Auch in Thailand besteht durchaus die Chance auf einen Auslands-Fuckup! Und wer ihn sucht, der wird ihn finden. 🙂

Aber zurück zum Thema Auslands-Fuckups. Jetzt, wo ich es schreibe, fällt mir vor allem eins auf: Dass mein Auslands-Fuckup in Thailand meinem Kapsel-Fuckup in Singapur doch sehr ähnlich ist. Denn beide Fuckups endeten mit demselben Ergebnis – nämlich im Krankenhaus.

Spätestens jetzt weißt du übrigens auch, warum ich so eine riesen Verfechterin einer guten Auslandsreisekrankenversicherung bin. Und zwar deshalb, weil ich meine schon mehrfach in Anspruch genommen habe.

Welcher Auslands-Fuckup ist mir also in Thailand passiert? Nun ja. Zu einer authentischen Auslandserfahrung in Thailand gehören drei Dinge: Mindestens eine schwindelerregende Fahrt im TukTuk, mindestens einmal Magen-Darm als Krönung eines authentischen Street-Food-Erlebnisses und mindestens eine Thai-Massage. Die gibt’s dort übrigens zum Hammerpreis ab umgerechnet 5 Euro! Da kann man doch gar nicht nein sagen, oder? Genau!

Und da es Massagestudios oder einfach nur Massageangebote in Thailand wirklich alle 200 Meter gibt, ist es nicht nur wahrscheinlich, sondern geradezu unumgänglich, früher oder später in einem der vielen Massagesalons zum Schnäppchenpreis auf einer Liege zu landen. Oder auch am Boden auf einer Decke, denn die eignet sich geradezu perfekt für die Dehn- und Streckübungen, die eine Thai-Massage nun mal ausmachen.

Blöd ist es halt, wenn man in Deutschland schon jahrelang in Behandlung mit immer mal wieder auftretenden Rückenschmerzen und eingeklemmten Nerven war und der Orthopäde von ruckartigen Bewegungen, schweren Rucksäcken und unbekannten Rückenübungen explizit abgeraten hat. Jahaaa. Du ahnst es schon. Denn genau hier beginnt mein Auslands-Fuckup in Thailand – genauer genommen: Mein Thai-Massage-Fuckup!

Denn anstatt auf meinen Arzt zu hören und den aus jedem Salon „Massage, here, Massage!“ rufenden Masseurinnen Einhalt zu gebieten und einfach höflich abzuwinken, wurde ich schwach. Genauer gesagt ließ ich mich von Schnäppchenpreisen, duftenden Raumerfrischern, plätschernden Springbrunnen und thailändischer Chill-Out-Musik einlullen und folgte den magischen Klängen wie hypnotisiert in einen Salon irgendwo in Bangkok.

Learning aus meinem Auslands-Fuckup in Thailand: Mach einen Bogen um Thai-Massagen für 5 Euro!
Learning aus meinem Auslands-Fuckup in Thailand: Mach einen Bogen um Thai-Massagen für 5 Euro!

Ende der Geschichte 60 Minuten später: Ich hatte mir für umgerechnet 5 Euro meinen Rücken bei der Thai-Massage derart geschrottet, dass dessen fachärztliche Behandlung im Bangkok Nursing Home Hospital (absolute Empfehlung für alle, die sich den verkorksten Rücken richtig tipptopp wiederherstellen lassen wollen) stolze 280 Euro kostete. Mehrere Arztsessions und diverse Medikamente inklusive. Wow! Was für ein Fuckup!

Hätte sich dieser Auslands-Fuckup vermeiden lassen? Hell YES! Hätte ich einfach mal auf meinen Orthopäden in München gehört, der mir nach meiner Rückkehr aus Bangkok übrigens eine echte Standpauke gehalten hat. Und ich muss leider reumütig zugeben – völlig zurecht! An dieser Stelle sei angemerkt: Auch thailändische Orthopäden raten übrigens mit Panik im Gesicht von 5-Euro-Thai-Massagen ab. Nur so zur Info.

Mein Learning aus meinem Massage-Fuckup in Thailand, das ich genau in dieser Form an dich weitergebe: Wenn du Rücken hast und dein Orthopäde blass um die Nase wird, wenn du ihm völlig begeistert von deinem bevorstehenden Auslandsaufenthalt in Thailand erzählst – ignoriere ihn nicht!

Sag im Ausland immer und rigoros NEIN zu 5-Euro-Masseurinnen, plätschernden Springbrunnen, Chill-Out-Mukke und Massageliegen. Andernfalls: Krankenhaus! Und dann sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. 😉

Platz 3: Der Toblerone-Fuckup in Indien

Platz 3 meiner größten Auslands-Fuckups bringt uns in das Land, in dem ich die wohl verrücktesten Erlebnisse meines gesamten bisherigen Lebens hatte: Indien! In Indien hatte ich nie einen längeren Auslandsaufenthalt, denn Indien hat mich weder zum Studieren, noch für ein Auslandspraktikum gereizt.

Sehen wollte ich Indien aber trotzdem! Und genau deshalb hatte ich drei Wochen Backpacking-Abenteuerreise zusammen mit meiner Freundin und damaligen Kollegin Niko genau dorthin geplant. Auf dem Programm: Nordindien. Denn Indien ist groß und uns war klar, dass wir in drei Wochen nur einen Bruchteil des Landes sehen und mit allen Sinnen erleben können.

In Indien lauert an jeder Ecke ein Fuckup. Vor allem beim Essen!
In Indien lauert an jeder Ecke ein Fuckup. Vor allem beim Essen!

Mit „allen Sinnen“ ist hier übrigens schon genau das richtige Stichwort für meinen persönlichen Indien-Fuckup! Denn in Indien habe ich den wohl größten Fehler begangen, den ich auf Reisen oder bei einem Auslandsaufenthalt jemals begangen habe. Und der war: Mich nicht ausschließlich an lokale Spezialitäten zu halten!

Ja, dieser Fuckup tut richtig weh und deshalb hat er es auch in die Top 3 meiner größten Auslands-Fuckups geschafft. Denn als absolute Food-Liebhaberin ist meine Leitlinie eigentlich immer und überall im Ausland: Ich konsumiere ausschließlich einheimisches Essen und Getränke. Warum? Ganz einfach: Thais wissen halt, wie man thailändisch kocht und Chinesen wissen, wie man chinesisch kocht. Soweit klar.

Was war also in Indien passiert, um dort meinen eigenen Prinzipien untreu zu werden? Ich denke, es kam so: Nach etwa zehn Tagen Tikka Massala, Chicken Curry und Samosas dreimal täglich – alles mit Schärfegrad XXL – wollten Niko und ich mal eine kleine kulinarische Schärfepause einlegen.

Einfach mal kurz was anderes essen, das weder curryartig noch scharf ist. Und genau hier beginnt mein Auslands-Fuckup in Indien. Denn unsere unbändigen Gelüste nach unscharfen Gerichten ohne die typischen indischen Gewürze und ohne Reisbeilage wurde uns gleich mehrfach zum Verhängnis.

Kulinarischer Fuckup Nummer 1 war eine chinesische Nudelpfanne, die wir essen wollten, weil wir eine Alternative zum Basmati-Reis suchten. Sie war nicht verzehrbar.

Fuckup Nummer 2 war eine Pizza in einem Restaurant, dessen Aushang „Real Italian Pizza“ versprochen hatte. Serviert wurde ein undefinierbares Teigrad mit roter Sauce und Ziegenkäsekrümmeln garniert (und wer mich kennt, der weiß ganz genau: Ich hasse Ziegenkäse!).

Getoppt wurde das Ganze schließlich noch von Fuckup Nummer 3, dem Toblerone-Fuckup! Denn als hätten wir unsere Lektion nicht schon gelernt gehabt, sind wir direkt noch ein drittes Mal in die kulinarische Fuckup-Falle getappt! Indem wir eine Schweizer Toblerone irgendwo in the middle of nowhere gesehen und für völlig überteuerte 4 US-Dollar – weil westliches Importprodukt – gekauft haben.

Dabei muss unser beider Verstand völlig ausgesetzt haben, denn diese Toblerone befand sich an einem Straßenverkaufsstand mitten im Staub einer Hauptverkehrsstraße und schmorte unter indischer Sonne vor sich hin. Und war – Überraschung – außen weiß, innen staubtrocken und rundum ungenießbar!

Mein Toblerone-Fuckup in Indien wirkt bis heute nach. Wie konnte mir sowas passieren?
Mein Toblerone-Fuckup in Indien wirkt bis heute nach. Wie konnte mir sowas passieren?

Ich muss sagen: In sechs Auslandsjahren bin ich keinem solchen kulinarischen Fuckup aufgesessen! Doch die Reise durch Indien hatte meine eigentlich nicht sooo schlechte Urteilsfähigkeit ganz offensichtlich komplett ausgehebelt. Was ist also mein Learning für dich und dein Auslandsjahr?

Merke: Halte dich im Ausland absolut immer und ausnahmslos an lokale Spezialitäten! Auch dann, wenn die Versuchung groß ist, du Mamas Kochkünste vermisst oder unbedingt was Süßes willst. Wenn du es nicht glaubst oder vergessen solltest – erinnere dich wieder an das Beweisfoto meines Toblerone-Fuckups!

Platz 2: Der Partyhostel-Fuckup in China

Platz 2 meiner größten Auslands-Fuckups spielt in einem Land, in dem ich auch mal für eine Weile gelebt habe: China. Genauer gesagt, war ich 2016 für ein Austauschprogramm in Peking und Shanghai.

Und wenn du meinen Blog aufmerksam verfolgst, dann weißt du, dass ich immer eins tue, bevor ich in ein Auslandsabenteuer starte: Die ersten Nächte meiner Unterkunft von Deutschland aus buchen, um nicht verloren in einer mir fremden Stadt auf der Suche nach einem Bett herumzuirren.

So weit, so gut! Da ich mich in Peking bis dato nicht auskannte und auch keine Ahnung hatte, wie das Preisniveau für Unterkünfte und Hotels in der chinesischen Hauptstadt eigentlich ist, wollte ich auf Nummer Sicher gehen. Heißt: Erstmal etwas Günstiges buchen und dann vor Ort weiterschauen.

Was mir allerdings wichtig war, war mein eigenes Zimmer mit eigenem Bad. Aus dem Hostel-Alter bin ich schließlich schon raus – dachte ich mir zumindest. Wobei, wenn man sich meinen Kapsel-Fuckup in Singapur in Erinnerung ruft… naja, lassen wir das! 😉

Mein Auslands-Fuckup in China: Der Partyhostel-Fuckup.
Mein Auslands-Fuckup in China: Der Partyhostel-Fuckup.

Die günstigste Unterkunft in einer für mich strategisch guten Lage, zentral und mit U-Bahn-Anbindung, war eine Unterkunft namens Beijing Party Youth Hostel im Stadtteil Xicheng. Und da meine einzigen Kriterien die Lage und mein eigenes Zimmer mit Bad waren, habe ich zugeschlagen!

Außerdem war auch der Preis unschlagbar: 15 Euro pro Nacht! Zwar ohne Frühstück, aber wer braucht das schon, wenn man eh in einer fremden Stadt im Ausland ist, in der es jeden Morgen diverse Leckereien zu entdecken und probieren gibt. Also, gebucht!

Tja, Freunde! Auch dies ist die Geschichte eines Auslands-Fuckups, den ich durchaus hätte vorhersehen können. Denn nur, weil du dein eigenes Zimmer mit Bad gebucht hast, heißt das noch lange nicht, dass du nicht trotzdem in einem Hostel gelandet bist. Noch dazu in einem bereits im Namen angekündigten PARTYhostel!

Merke: Der Name einer Unterkunft ist für gewöhnlich nicht zufällig gewählt, sondern hat durchaus seine Berechtigung. Und wenn du vielleicht Parties generell magst, aber auf Parties neben deinem Bett keine Lust hast, dann solltest du Abstand nehmen von einer Unterkunft, die sich „Party Youth Hostel“ nennt. Auf dem eigenen Schild vor der Tür übrigens so geschrieben: Paa-Ti! 🙂

Um dem Partyhostel gegenüber nicht unfair zu sein: Es gab nicht jeden Abend Parties. Eigentlich gab es rückblickend in der ganzen Zeit, in der ich im Partyhostel wohnte (insgesamt sieben Wochen), recht wenige klassische Parties – oder ich habe sie einfach aus meiner Erinnerung verdrängt.

Schon an der Rezeption wurde das Motto dieser Unterkunft auch für Nicht-Chinesinnen glasklar kommuniziert!
Schon an der Rezeption wurde das Motto dieser Unterkunft auch für Nicht-Chinesinnen glasklar kommuniziert!

Was es allerdings schon gab, waren extrem dünne Wände zwischen den Zimmern, laut über den Flur polternde und schlurfende Gäste, Schülerinnen-Morgensport-Appell mit Megafon an der Schule nebenan und summende Mücken, die mich fast keine Nacht für mehrere Stunden am Stück die Augen haben zumachen lassen. Es war also insgesamt laut. Und nicht zu knapp.

Welches Learning gibt’s also von meinem Auslands-Fuckup für dich? Merke: Der Name einer Unterkunft im Ausland ist für gewöhnlich Programm!

Beachte auch: Wenn du in einer Unterkunft namens „Party Youth Hostel“ wohnst, kannst du dich schlecht darauf berufen, dass du abends mal deine Ruhe willst. Entweder, weil du gerade mal keinen Bock auf Parties hast, oder weil du eigentlich zur Fortbildung und nicht zum Partymachen in Peking bist, oder weil das Wort „Youth“ dich nicht mehr ganz akkurat beschreibt. Also: Choose wisely! 🙂

Platz 1: Der Reisschnaps-Fuckup in Vietnam

So, Freunde! Kommen wir zu meinem persönlichen Platz 1 meiner Auslands-Fuckups. Und dieser Fuckup ist wirklich ein guter! Beziehungsweise ein richtig übler. Einer aus der Kategorie: Ich ahne, dass das in die Hose gehen könnte, aber tue es trotzdem, für einen kleinen Moment des Glücks und weil ich in diesem Moment nicht anders kann. Ein bisschen so wie der Toblerone-Fuckup in Indien. Aber schlimmer!

Also, worum geht’s? 2018 war ich mit meinem Backpack in Vietnam und hatte mich mit Zügen und sonstigen öffentlichen Verkehrsmitteln bereits von Hanoi bis ins ländliche Idyll Nordvietnams durchgeschlagen. Wer mich kennt, der weiß: Ich bin eine Do-it-yourself-Travelerin! Fast immer alleine unterwegs und der festen Überzeugung, dass man die Welt ohne Reisegruppen und sonstigen Anhang am besten erleben kann.

So weit, so gut. Da ich in Nordvietnam natürlich auch etwas von der Schönheit der Landschaft sehen und den local vibe erleben wollte, hatte ich mir eine kleine Privattour durch die Reisfelder rund um meine Unterkunft (auch wieder Hostel-Style, aber lassen wir das…) gebucht.

Ich war also auf abenteuerlicher Erlebnis-Matschwanderung durch die vom Regen überfluteten Reisfelder mit meinem Guide Giang Thi Jo (mit smartem Sonnenhut) und ihrer lustigen Kollegin.

Es begann als harmlose Reisfeldwanderung und endete mit einem Reisschnaps-Fuckup!
Es begann als harmlose Reisfeldwanderung und endete mit einem Reisschnaps-Fuckup!

Unsere kleine vietnamesisch-deutsche Gruppe verstand sich super! Wir haben verrückte Fotos gemacht, uns bunte Tücher umgehängt, Hüte ausprobiert und uns unter Lachkrämpfen gegenseitig aus dem Matsch gezogen, wenn wir mit den Schuhen drin steckengeblieben waren.

Beziehungsweise war es eigentlich so, dass Giang Thi Jo mich mit meinen Sneakern aus dem knöcheltiefen Matsch gezogen hat, denn sie hatte die passenden Schuhe für eine Matschwanderung an, nämlich abwaschbare Plastikschlappen. Gut!

Im Laufe der Matschwanderung hatte Giang Thi Jo plötzlich eine Idee. Und zwar folgende: Es gab an diesem Tag ein Fest in einem kleinen Dorf mitten in den Reisfeldern, auf dem wir doch nach unserer Matschwanderung gemeinsam für eine authentische Erfahrung absteigen könnten! Yiiieha!

Und da ich jemand bin, der immer auf der Suche nach local experiences und einzigartigen Erlebnissen im Ausland ist, schlug diese Idee bei mir ein wie eine Bombe. Natürlich machen wir das!! Let’s GOOO, Giang Thi Jooo!

Irgendwo im Grünen, zwischen vietnamesischen Hügeln und überfluteten Reisfeldern, waren in der Nachmittagshitze ein paar Tische aufgebaut, um die sich die Dorfgemeinschaft tummelte. Es gab bunte Hocker, kleine Schüsseln, eine Art Buffet, das schon recht ausgesucht war, und viele neugierige Einheimische, die dem deutschen Überraschungsbesuch ein rundum gelungenes Dorferlebnis bescheren wollten.

Schauplatz meines Auslands-Fuckups in Vietnam - die Reisfelder von SaPa!
Schauplatz meines Auslands-Fuckups in Vietnam – die Reisfelder von SaPa!

Und was gehört einfach zu jedem vietnamesischen Fest? Hausgemachtes Essen, ganz klar. Und noch etwas: Reisschnaps! Denn der gehört in Vietnam zu den Mahlzeiten wie in Deutschland das Bier. Er gilt quasi als Landesgetränk und wer in Vietnam mitten in den Reisfeldern wohnt, der macht sich den 24/7-Reiszugang zunutze, um daraus seinen eigenen Reisschnaps herzustellen.

Jetzt dürft ihr dreimal raten, welche Szenen sich als nächstes auf dem Dorffest abspielten. Genau! Natürlich wurde nicht nur Giang Thi Jo, sondern auch mir als dem internationalen Special Guest stolz der Reisschnaps der Marke Eigenbrau präsentiert.

Denn, Freunde: Ohne Reisschnaps kein Dorffest! Ohne Reisschnaps keine authentische vietnamesische Erfahrung! Und ohne Reisschnaps keine Gastfreundschaft! Es wäre schlichtweg unhöflich gewesen, mir als ausländischer Besucherin des Dorffestes keinen Reisschnaps anzubieten.

Also ließ unser glücklich-stolzer Reisschnapsbauer den hausgemachten Reisschnaps nachmittags um 16 Uhr in Strömen fließen! Und zwar aus einer recycelten Limo-Plastikflasche in kleine vietnamesische Teetässchen aus Ton, die er plötzlich irgendwo herausgekramt hatte und deren bisheriger Aufenthaltsort mir gänzlich unbekannt war.

Freunde, ich war nicht naiv in diesem Moment! Schließlich bin ich reiseerfahren und erahne (zumindest meistens) die Fuckups, die im Ausland potenziell auf eine Solo-Travelerin zukommen können. Habe ich in diesem Moment in Erwägung gezogen, dass diese Reisschnaps-Party ins Auge gehen könnte? Definitiv! Habe ich gewusst, dass mein Magen zwar eigentlich stabil ist, aber in diesem Moment nachgeben könnte? Jup!

War ich in einer echten emotionalen Zwickmühle in dem Moment, als mir die kleine Tasse gereicht wurde und alle Augen um mich herum nun erwartungsvoll auf mich gerichtet waren? JA, Mann!

Bin ich interkulturell gebildet und wusste in dem Moment, dass es extrem unhöflich bis respektlos von mir wäre, die Schnapstasse meines Gastgebers abzulehnen? Nochmal JA.

Oh Mann. Also runter mit dem Zeug unter dem zufriedenen Blick des Reisschnapsbauers. Komme, was wolle!

Auf Platz 1 meiner Auslands-Fuckups: Der Reisschnaps-Fuckup in Vietnam.
Auf Platz 1 meiner Auslands-Fuckups: Der Reisschnaps-Fuckup in Vietnam.

Fast forward, drei Stunden später: Was kam, war Magen-Darm und zwar big time! Noch nie ging es mir irgendwo im Ausland so schlecht und auch so lange schlecht wie nach der Reisschnaps-Party in den vietnamesischen Reisfeldern. Und zwar fünf reumütige Tage lang. Hallelujah!

Der Reisschnaps-Fuckup ist in meiner Erinnerung bis heute so präsent, dass ich mich an jedes Detail, jede Tasse, jedes zufriedene Lächeln meiner Gastgeber, jeden Gang zur Toilette und jede Schüssel mit trockenem Reis, den ich ab dem Moment nur noch essen konnte, erinnere. Und selbst der kam wieder raus! Weitere Details erspare ich euch an dieser Stelle.

Es war schlimm. Ich war derart gezeichnet von meinem Reisschnaps-Fuckup und sah offenbar auch zu 150% so aus, dass mir andere deutsche Reisende im Nachtzug nach Südvietnam und in einem Akt der Solidarität wortlos ihre komplette Reiseapotheke in die Hand drückten. Und, dass mich meine thailändischen Freundinnen an meiner nächsten Destination Bangkok erstmal gesundpflegen mussten, bevor ich körperlich in der Lage war, mit ihnen in Thailand neue Food-Abenteuer zu erleben.

Side note an meine wundervolle Auslandsreisekrankenversicherung: Euer Glück war, dass es in den vietnamesischen Reisfeldern weder einen Arzt, noch eine Apotheke, noch ein Krankenhaus gab, deren Rechnungen ich bei euch hätte einreichen können. Aber nächstes Mal wieder, stay tuned! 🙂

Habe ich den Auslands-Fuckup in Vietnam bereut? Oh ja, und zwar so richtig! Hätte ich diesen Fuckup vermeiden können? Hmmm. This one is a tricky one! Denn ich wollte meine vietnamesischen Gastgeber nicht enttäuschen oder unhöflich sein. Wollte ich eine authentische Erfahrung? Ja. Habe ich für diese Erfahrung in Kauf genommen, dass sich die Reisschnaps-Party als Fuckup entpuppen könnte? Nochmal Ja.

Mein Learning aus sechs Auslandsjahren: Ein Auslands-Fuckup kommt selten allein!
Mein Learning aus sechs Auslandsjahren: Ein Auslands-Fuckup kommt selten allein!

Also, was lernen wir daraus und was kann ich dir für deinen Auslandsaufenthalt mitgeben? Du kannst niemals alle Fuckups im Ausland vermeiden! Das ist einfach Mission Impossible. Selbst dann nicht, wenn du sie erahnst. Sie kommen halt oft trotzdem um die Ecke. Und manchmal wirst du einfach nicht anders können, als dir zu denken: „Fuck it!“, und einen unvermeidbaren Fuckup mit offenen Armen willkommen zu heißen.

Giang Thi Jo und ich sind übrigens bis heute in Kontakt. Würde ich sie nochmal in Nordvietnam in den Reisfeldern besuchen? Auf jeden Fall! Nur vielleicht an einem Tag, an dem nicht gerade Dorffest ist.

Shit happens! Und manchmal sogar BIG time!


Tja, ich denke, es ist alles gesagt. Fuckups kamen zu mir und sie werden auch zu dir kommen – und manchmal sogar schneller, als dir lieb sein kann. Lohnt es sich trotzdem, immer wieder in lustige, spannende und lehrreiche Auslandsabenteuer zu starten? Hell YES!!!

Denn letztlich sind es doch gerade solche Auslands-Fuckups, die uns allen in Erinnerung bleiben, von denen wir lernen und über die wir noch Jahre später lachen können. So wie ich gerade – und du hoffentlich auch! 🙂

Bleibt also nur noch eins zu sagen: Raus in die Welt und jeden potenziellen Fuckup umarmen! Und vergiß nicht, deine Fuckups auch mit mir zu teilen, entweder per Mail oder bei Instagram! Bis bald!

Starte ins Ausland nach dem Abi

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