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Auslandspraktikum 2023: Der ultimative DOWHATYOULOVE-Guide für Anfängerinnen


Ein Praktikum im Ausland ist eine geniale Möglichkeit, um nach dem Abi erstmal eine Auszeit zu nehmen und diese Zeit mit Spaß und Sinn zu füllen. Statt dich sofort nach der Schule in eine Ausbildung oder ein Studium zu schmeißen, empfehle ich dir, über ein Auslandspraktikum nachzudenken.

Und wenn du dich jetzt fragst: Auslandspraktikum – wtf?! No idea, was das ist?! Dann bleib jetzt dran! Ich habe diesen Guide genau für (baldige) Abiturientinnen wie dich zusammengestellt: Um dir den Einstieg ins Thema Auslandspraktikum nach dem Abi zu erleichtern und die häufigsten Fragen zu beantworten.

Für diesen Guide habe ich in den letzten Wochen alle Fragen gesammelt, die mir zum Thema Praktikum im Ausland so über den Weg gelaufen sind. Und das waren gar nicht so wenige. Falls trotzdem noch Fragen offen bleiben – schreib mir!

Und jetzt geht’s los mit dem großen DOWHATYOULOVE-Guide für Anfängerinnen zum Thema Auslandspraktikum. Enjoy!

Was ist überhaupt ein Praktikum?

Ein Praktikum ist eine Anstellung, die sich dadurch auszeichnet, dass ihre Dauer begrenzt ist und ihr Ziel der Erwerb von praktischen Fähigkeiten und Kenntnissen ist. Das klingt recht abstrakt, bedeutet aber im Endeffekt: Praktikant*innen arbeiten für eine vorgegebene Zeit in einem Unternehmen oder einer Organisation mit, um dabei im Tagesgeschäft mitzuhelfen und herauszufinden, ob ihnen diese Tätigkeit liegt.

Als Praktikantin unterstützt du deine neuen Kolleg*innen bei leichten Aufgaben, die sie dir übergeben. Dadurch sammelst du erste Erfahrungen in einem bestimmten Job oder Berufsfeld, was der zweite wichtige Benefit eines Praktikums ist. Für dich ist Ziel und Zweck des Praktikums also, Arbeitserfahrung zu sammeln und dabei Orientierung für die eigene Berufswahl zu bekommen.

Wie wär's mit einem Praktikum bei Long Nguyen? @Hanoi, Vietnam.
Wie wär’s mit einem Praktikum bei Long Nguyen? 😉 @Hanoi, Vietnam.

Der bzw. die Arbeitgeber*in freut sich über die Unterstützung durch Praktikant*innen, weshalb es meistens mehrere Praktis zur selben Zeit in einem Unternehmen gibt. Hängt natürlich von der Größe der Firma oder Organisation ab.

Der gängigste englische Begriff für Praktikum ist „internship“. Weniger häufig auch „work experience“ genannt, was ich aber am treffendsten finde. Denn „work experience“ sagt eigentlich genau das aus, worum es bei einem Praktikum geht – um Arbeitserfahrung, also work experience.

Die Dauer eines Praktikums kann extrem variieren. Es gibt da eigentlich keine festgeschriebene Zeitspanne. Es gibt allerdings Unternehmen, die eine Mindestdauer für Praktika festlegen, was auch seinen Sinn hat. Denn je länger eine Praktikantin im Unternehmen mitarbeitet, desto mehr profitiert das Unternehmen nach der Einarbeitungszeit von ihrer Arbeitskraft.

Ich persönlich würde dir für ein Praktikum in Deutschland eine Dauer von drei bis sechs Monaten empfehlen. Das ist genug Zeit, um in den Job reinzukommen und auch wirklich etwas zu lernen und für dich mitzunehmen.

Ein oder zwei Monate sind meiner Meinung nach zu wenig. Denn bis du eingearbeitet bist, musst du schon wieder gehen. Das ist schade. Und für das Auslandspraktikum gilt: The longer, the better! Aber dazu später mehr.

Was ist der Unterschied zwischen einem Schulpraktikum und einem Praktikum nach dem Abi?

In vielen Gymnasien sind ein bis zwei Schulpraktika in der Oberstufe Standard. Das Schulpraktikum ist jedoch eine so abgespeckte Version des Praktikums nach dem Abi, dass man die beiden Typen eigentlich nicht vergleichen kann.

Schulpraktika sind auf eine Dauer von ein bis zwei Wochen angelegt und in einem Schulpraktikum geht es nicht darum, dass du als Schülerin wirklich mit anpackst in deinem Praktikumsbetrieb. Als Schülerpraktikantin besteht deine Aufgabe primär darin, zuzuschauen und möglichst interessiert zu nicken.

Als reguläre Praktikantin ist deine Aufgabe ganz klar: Mitarbeiten! Du bekommst einen Vertrag, einen Schreibtisch, einen Laptop, ein E-Mail-Postfach, eine Karte für die Kantine und off you go! Je besser du dich anstellst, desto mehr Aufgaben und Verantwortung bekommst du in deinem Praktikum übertragen. Wie oben schon erwähnt, dauert ein reguläres Praktikum mehrere Monate, niemals nur ein paar Wochen.

Für das Schülerpraktikum gibt es kein Geld, was beim regulären Praktikum schon anders aussieht. Praktikumsstellen nach dem Abi sind nicht immer, aber oftmals bezahlt und spülen dir so ein erstes Einkommen aufs Konto. Yay!!!

Das Praktikum nach dem Abi hat mit einem Schulpraktikum so gut wie gar nichts zu tun.
Das Praktikum nach dem Abi hat mit einem Schulpraktikum so gut wie gar nichts zu tun.

Beim regulären Praktikum bekommst du außerdem ein qualifiziertes Zeugnis, auf welches du immer bestehen solltest. Denn du solltest nach dem Abi daran arbeiten, dein Portfolio mit Arbeitserfahrung aufzubauen.

Erfahrungsgemäß besteht die größte Hürde darin, das allererste Praktikum zu ergattern. Danach wird es immer einfacher, weil du ja dann bereits Praktikumserfahrung hast, mit der du im Vorstellungsgespräch glänzen kannst.

Wenn du einen Lebenslauf schreibst, um dich für einen Job oder einen Studienplatz zu bewerben, dann ist deine Arbeitserfahrung nach dem Abi King. Wer deinen Lebenslauf sieht, der wird in erster Linie darauf schauen, was du mit deiner Zeit nach dem Abi angestellt hast.

Ein Schülerpraktikum im Lebenslauf zu listen, bringt nur dann etwas, wenn du nach dem Abi keinerlei zusätzliche Erfahrung vorzuweisen hast. Und das ist generell schlecht, denn du solltest nach dem Abi prinzipiell etwas tun, das dich weiterbringt – sowohl als Person, als auch in Bezug auf einen späteren Beruf.

Und dann solltest du nach dem Abi natürlich auch Spaß und eine gute Zeit voller Erlebnisse haben – wo wir beim Thema dieses Guides und meinem Lieblingsthema sind – dem Auslandspraktikum!

Was bringt mir ein Auslandspraktikum?

Wenn du gerade dabei bist, über ein Praktikum im Ausland nach dem Abitur nachzudenken, dann kann ich dir dazu nur gratulieren.

Denn ein Auslandspraktikum ist eine geradezu fantastische Gelegenheit, um die Vorteile des Praktikums in Deutschland um drei zusätzliche Faktoren zu erweitern: Abenteuer, Reisen und die Möglichkeit, interkulturelle Skills zu erwerben.

All das bietet dir das Auslandspraktikum. Noch on top kommt der Benefit, dass du im Auslandspraktikum deine Sprachkenntnisse verbesserst. Meistens ist das Englisch, es kann aber natürlich auch jede andere Landessprache sein – je nach Zielland.

Du schnupperst also auch bei einem Auslandspraktikum in den Arbeitsalltag eines Jobs hinein, der vielleicht später zu deinem Beruf werden könnte. Aber eben nur vielleicht. Und zwar dann, wenn du im Praktikum gemerkt hast, dass dir der Job liegt, den du als Praktikantin ausprobierst. Gilt natürlich auch für das Praktikum in Deutschland.

Das Auslandspraktikum bietet dir Arbeitserfahrung, Spaß, Reisen und tolle Abenteuer!
Das Auslandspraktikum bietet dir Arbeitserfahrung, Spaß, Reisen und tolle Abenteuer! @Vietnam.

Im Ausland tauchst du auch noch zusätzlich in eine neue Kultur ein, was etliche Vorteile mit sich bringt. Außerdem gilt: Im Ausland kannst du außerhalb deiner Arbeitszeit generell viel mehr erleben als in Deutschland.

Du kannst neues Essen probieren, internationale Freundschaften schließen, an den Wochenenden das Land bereisen, kurzum: Eine neue Heimat auf Zeit finden.

Und wenn du dich in deine neue Heimat verliebst, dann garantiere ich dir eins: Du wirst nach deinem Praktikum immer wieder dorthin zurückkehren, um Freund*innen aus deiner Praktikumszeit zu besuchen.

Wenn du jetzt keine Ahnung hast, wo du ein Auslandspraktikum machen könntest, habe ich da einen Tipp für dich! Wie wär’s denn mit Asien? Oh yes! Warum ein Auslandspraktikum in Thailand meiner Meinung nach unbedingt auf deine To-Do-Liste muss (und ich seit meinem Praktikum dort immer wieder zurück nach Bangkok komme), das erfährst du in meinem Artikel 90 Days in Bangkok – klick dich rein!

Ganz generell gilt übrigens: Das Praktikum, egal, ob in Deutschland oder im Ausland, ist immer eine Win-Situation für dich. Denn wenn dir der Job gefällt – super! Aber auch dann, wenn du merkst, dass der Job eben nicht dein Ding ist, hast du ein fantastisches Learning.

Denn du weißt dank deines Praktikums ganz genau, dass dieser Beruf eben höchstwahrscheinlich nichts für dich ist. Diese Erkenntnis bringt dich sehr gut weiter. Denn sie hilft dir, in Zukunft die für dich richtigen Entscheidungen zu treffen. Und die falschen Entscheidungen zu vermeiden.

Du merkst also: Das Praktikum generell – vor allem als Abiturientin ohne nennenswerte Berufserfahrung – ist immer eine Trial-and-Error-Erfahrung. Bedeutet: Das Praktikum kann völlig in die Hose gehen. Es kann dich zu Tode langweilen, es kann schlecht organisiert sein. Diese Chance besteht. Denn niemand gibt dir die Garantie dafür, dass dein Praktikum ein voller Erfolg wird.

Dein Praktikum entpuppt sich als Flop? Don't you worry! Nutz die Zeit im Ausland doch einfach zum Reisen!
Dein Praktikum entpuppt sich als Flop? Don’t you worry! Nutz die Zeit im Ausland doch einfach zum Reisen! 🙂

Und gerade deswegen empfehle ich dir: Geh für dein Praktikum ins Ausland! Denn selbst, wenn der Job komplett versagt: Im Ausland kannst du deine Zeit wunderbar auch anders genießen.

Du kannst die Abende mit interessanten Dingen füllen, an den Wochenenden bummeln, reisen oder Sehenswürdigkeiten bestaunen. Du kannst einen Sprachkurs machen, der dich weiterbringt. Du kannst quasi einen optimalen Ausgleich zu einem nicht optimalen Praktikum finden.

Und am Ende hältst du stolz ein Zeugnis über deine Arbeitserfahrung im Ausland in Händen. Was ein riesen Vorteil für dich ist, wenn du in Zukunft auf Jobsuche gehst! Mit einem Auslandspraktikum in deinem Lebenslauf vermittelst du anderen Menschen, dass du flexibel, offen und anpassungsfähig bist und dass du Probleme lösen kannst (denn die kommen im Ausland prinzipiell auf dich zu).

Außerdem beweist du, dass du dich in neuen Umgebungen zurechtfinden kannst und interkulturell kompetent bist, dich also in fremden Kulturen angemessen und respektvoll bewegen kannst. Und guess what – deutsche Arbeitgeber*innen lieben all das!

Was kostet ein Auslandspraktikum?

Simple as that: Gar nichts! Beziehungsweise: Das Praktikum an sich sollte dich nichts kosten. Im Gegenteil – ein Auslandspraktikum sollte dir entweder ein Praktikumsgehalt zahlen oder dir, wenn es kein Gehalt bezahlt, einen Zuschuss zur Reise inklusive Flug- und Visumskosten geben.

Was definitiv gar nicht geht: Dass du dafür bezahlst, dass du für eine Firma oder eine Organisation als Praktikantin arbeitest. Das ist ein absolutes No-Go und du solltest von jedem „Angebot“ die Finger lassen, wo dir jemand ein Praktikum gegen Gebühr verkaufen will.

Das ist meiner Meinung nach hochgradig unseriös. Vor allem dann, wenn es sich dabei um Firmen oder neuerdings auch Reiseveranstalter handelt, die nicht gemeinnützig agieren, sondern kommerzielle Ziele verfolgen. Dazu jedoch mehr im nächsten Kapitel.

Generell gibt es zwei Praktikumsangebote bzw. Möglichkeiten der Finanzierung, die für dich als Praktikantin infrage kommen und bei denen bei mir nicht direkt der Puls in die Höhe schießt. Auf die Finanzierbarkeit solltest du übrigens immer achten, wenn du ein Praktikum im Ausland finden willst.

Option 1: Das Auslandspraktikum ist bezahlt und du bekommst vom Praktikumsgeber ein monatliches Fixgehalt. Das ist in der Regel für alle Praktikant*innen bei eben diesem Unternehmen gleich. Da gibt es also nichts zu verhandeln, das ist einfach Firmenvorgabe.

In diesem Fall liegen die Kosten der Reisevorbereitung in der Regel bei dir. Sprich, du musst für den Flug bezahlen, für das Visum und für Reiseimpfungen, falls nötig. Dafür bekommst du am Ende deines ersten Praktikumsmonats das erwähnte Gehalt, was idealerweise hoch genug ist, dass es deine Lebenshaltungskosten während des Praktikums inklusive Miete und auch deine Reisevorbereitungskosten deckt.

In diesem Szenario musst du zwar vor deiner Abreise für einige Kosten aufkommen, hast sie aber durch das Gehalt, das du später bekommst, wieder drin. Du streckst das Geld also quasi nur vor. Aber Achtung: Um diese Ausgaben vorstrecken zu können, benötigst du natürlich Ersparnisse.

Option 2: Das Auslandspraktikum ist unbezahlt, du bekommst also kein monatliches Fixgehalt. Dafür übernimmt der Praktikumsgeber deine Flug- und Visumskosten. Das bedeutet, dass du deinen Lebensunterhalt vor Ort selbst finanzieren musst. Wo wir wieder beim Thema Ersparnisse sind. Egal in welchem Praktikumsszenario – du brauchst sie. Es geht nicht ohne.

Ein Auslandspraktikum darf nicht die Welt kosten. Sei smart in der Auswahl deines Praktikumsgebers.
Ein Auslandspraktikum darf nicht die Welt kosten. Sei smart in der Auswahl deines Praktikumsgebers.

Warum du generell nie ohne Ersparnisse ins Ausland starten darfst und wie es dir mit ein paar easy Tricks gelingt, ein großartiges finanzielles Polster aufzubauen, darum geht es in meinem Artikel Sparen fürs Auslandsjahr nach dem Abi (Teil 1): Weniger Geld ausgeben. Check it out!

Übrigens: Wenn es sich um ein Praktikum bei einer öffentlichen Stelle oder gemeinnützigen Organisation im Ausland handelt, hast du außerdem die Möglichkeit, weitere Geldquellen aus öffentlicher Hand zur Finanzierung deines Praktikums anzuzapfen. Zum Beispiel vom deutschen Staat oder von der EU.

Um öffentliche Möglichkeiten der Finanzierung und Praktikumszuschüsse wird es demnächst hier bei DOWHATYOULOVE.ACADEMY gehen. Was ich dir an dieser Stelle mitgeben will, ist, dass auch beim Praktikum im Ausland gilt: Augen auf bei der Wahl des Anbieters bzw. des Praktikumsgebers. Und das bringt mich direkt zum nächsten Punkt.

Worauf muss ich bei einem Auslandspraktikum achten?

Das Auslandspraktikum ist in jüngster Vergangenheit zur Zielscheibe und Cash Cow für alle möglichen kommerziellen Anbieter geworden, die mit dem Verkauf einer Reise, deklariert als „Auslandspraktikum“, einen schnellen Euro verdienen wollen.

Das sind in der Regel kommerzielle (Reise-)Anbieter, genauer gesagt Reisebüros, die weder eine Qualifikation in der Vermittlung von Praktikumsplätzen haben, noch interessante Firmen im Portfolio, bei denen du als Praktikantin unterkommen könntest. Oftmals verkaufen sie gleichzeitig Work & Travel-Packages für Australien, Neuseeland oder Kanada.

Wenn du Work & Travel machen willst, solltest du übrigens ebenfalls kein Reisebüro bezahlen. Warum? Weil du dir Work & Travel ganz easy selbst organisieren und dabei ordentlich sparen kannst. Glaubst du nicht? Dann lies dir unbedingt meinen Artikel Work & Travel in Australien: 10 Facts über das beliebte Jahr Down Under direkt im Anschluss durch. 😉

Aber zurück zum Thema Praktikum im Ausland nach dem Abitur: Was dir Reiseveranstalter als Auslandspraktikum verkaufen, ist eine (Welt-)Reise in Kombination mit einigen Wochen Sozialarbeit oder Unterrichten in Afrika oder Asien. Diese paar Wochen Auslandsluft schnuppern lassen sie sich von dir mehr als teuer bezahlen.

Kommerzielle Reiseveranstalter werben mitunter damit, dass sie dir alles vor Ort organisieren und du mit anderen deutschen Reisenden zusammen in einer Unterkunft wohnst. Warum das ein Konzept ist, von dem du absolut die Finger lassen solltest, kannst du übrigens detailliert in meinem Artikel Ins Ausland nach dem Abi – Die 3 häufigsten Fehler bei der Programmwahl nachlesen.

Reisen wie diese bringen dich nicht weiter, weder persönlich noch beruflich. Außerdem verlangen sie von dir, dass du dafür bezahlst, dass du für jemand anderen arbeiten darfst, was du prinzipiell nicht tun solltest.

Happy Times in Sapa, Vietnam. Na, wie wär's?
Happy Times in Sapa, Vietnam. Na, wie wär’s?

Wenn du ein Praktikum im Ausland nach dem Abitur machen willst, solltest du also primär darauf achten, dass du kein Geld bezahlst, um als Praktikantin eingesetzt zu werden. Wie ich bereits erwähnt habe, muss ein Praktikumsgeber entweder dich bezahlen, dir Zuschüsse zu den Reisevorbereitungskosten geben oder eine gemeinnützige Organisation sein, für die du staatliche Förderungen beantragen kannst, wenn du sie als Praktikantin unterstützt.

Außerdem: Achte auf die Dauer des Praktikums. Um wirklich etwas mitzunehmen von Job, Land und Kultur deiner Kolleg*innen, sollte dein Praktikum im Ausland eher länger als kurz sein.

Für ein Auslandspraktikum empfehle ich dir sechs Monate oder mehr. Denn es dauert, bis du dich in der Fremde eingelebt hast und deinen Job so gut beherrschst, dass du wirklich einen Benefit mitnimmst.

Was definitiv keinen Sinn macht, ist ein Praktikum von vier Wochen. Dabei nimmst du nichts mit. Außerdem bist du Abiturientin und startest ins Berufsleben. Da solltest du dich fortbilden und weiterentwickeln.

Ein Vier-Wochen-Schnupperkurs ist vielleicht etwas für Schülerinnen, die wirklich ganz am Anfang stehen. Aber für Berufseinsteigerinnen sollte das Minimum für ein Praktikum drei Monate in Deutschland und sechs Monate im Ausland sein. Warum?

Ich war für mein Auslandspraktikum drei Monate in Bangkok, Thailand, und fand es zu kurz. Gleiches gilt für meine drei Monate China. Beide Male hatte ich mich gerade so richtig eingegroovt, kannte meine Hood und meine Lieblings-Streetfood-Stände, der Mopedtaxi-Fahrer winkte mir jeden Morgen zu, ich sprach ein bisschen die Sprache und fühlte mich so richtig heimisch, als ich wieder gehen musste. Das war schade.

Deshalb: Mit sechs Monaten Auslandspraktikum bist du auf der sicheren Seite und nimmst das volle Abenteuer mit. Länger geht natürlich auch immer. Meine persönliche Empfehlung! 😉

Woran erkenne ich ein qualitativ hochwertiges Auslandspraktikum?

Qualitativ hochwertige Auslandspraktika zeichnen sich nicht nur durch eine entsprechende Dauer und dadurch aus, dass sie dir und deinen Eltern nicht das Geld aus der Tasche ziehen. Für alle ernstzunehmenden Auslandspraktika musst du dich bewerben und es gibt eine Auswahl seitens des Praktikumsgebers.

Heißt im Umkehrschluss: Wenn du dich nicht bewerben musst und einfach jeder, der bezahlt, genommen wird – Red Flag, und zwar hoch 10! Finger weg! Dass du dich für ein ernstzunehmendes Auslandspraktikum bewerben musst, bedeutet natürlich auch, dass du mehr Arbeit hast als mit einem Bezahlprogramm, das einfach jede*n Zahlungswillige*n in irgendeinen Kindergarten nach Afrika mitnimmt (don’t do it!).

Stunning Homestay, Stunning Internship! Das interkulturelle Learning beim Auslandspraktikum - priceless!
Stunning Homestay, Stunning Internship! Das interkulturelle Learning beim Auslandspraktikum – priceless! @Sapa, Vietnam.

Für ein richtiges Praktikum im Ausland musst du dir einen ordentlichen Lebenslauf zusammenstellen, eventuell ein Motivationsschreiben verfassen, in dem du beschreibst, warum du gerade dieses Praktikum machen willst und wie es dich persönlich und beruflich weiterbringen wird.

Wie all das geht, wirst du hier bei DOWHATYOULOVE.ACADEMY lernen, also stay tuned und folge mir bei Instagram, wenn du es nicht eh schon tust.

Aber zurück zum Praktikum. Für ein qualitativ hochwertiges Praktikum im Ausland nach dem Abitur musst du höchstwahrscheinlich an Vorstellungsgesprächen teilnehmen.

Nochmal: Wenn du all das nicht musst, dann ist das Auslandspraktikum kein ernstzunehmendes Auslandspraktikum – auch wenn es der Veranstalter vielleicht so nennt. Dann solltest du die Finger davon lassen, statt viel Geld für eine teure Reise auszugeben, die dich am Ende keinen Schritt weiterbringt.

Wie finde ich ein qualitativ hochwertiges Auslandspraktikum?

Tja, die Frage aller Fragen. Fakt ist: Gute Auslandspraktika springen einem nicht einfach so ins Gesicht, sondern man muss sie in der Regel suchen. Sie verstecken sich auf Firmen-Websites, in Stellen-Newslettern und auf Jobmessen.

Um ein qualitativ hochwertiges Praktikum im Ausland zu finden, brauchst du also eine gewisse Spürnase und Rechercheskills. So merken Firmen und Organisationen mit wirklich coolen Praktikumsstellen übrigens auch, ob du ernsthaftes Interesse an einem Praktikum bei ihnen hast. Nämlich dann, wenn du ihre ausgeschriebenen Praktikumsstellen überhaupt erstmal gefunden hast.

Wo wir wieder bei dem Kapitel zuvor sind: Wenn Praktikumsstellen mit Anzeigen beworben und dir bei Google auf Platz 1 ausgespuckt werden, dann handelt es sich um kommerzielle Anbieter, die ihre Reisen als Auslandspraktikum verschachern. Du solltest also hellhörig werden, wenn dir Auslandspraktika bei Google einfach so angezeigt werden – das ist meistens zu easy, um gut zu sein.

Merke, wenn du ein tolles Praktikum im Ausland finden willst: Firmen und gemeinnützige Organisationen mit super Praktikumsstellen bewerben diese in der Regel nicht bei Google. Zumindest habe ich das noch nie gesehen. Denn das haben sie gar nicht nötig.

Sie bieten qualitativ hochwertige Praktika an, für die sie keine Werbung absetzen müssen. Sie werden gefunden. Und zwar von denjenigen, die sich die Mühe machen, ihre Praktika zu suchen.

Riesen Bonus beim Praktikum im Ausland: Das Reisen am Wochenende!
Riesen Bonus beim Praktikum im Ausland: Das Reisen am Wochenende! @Ninh Binh, Vietnam.

Faustregel für dich: Die versteckten Praktikumsstellen sind genau die Praktika, die du haben willst. Die dir weder eine Gebühr berechnen, dass du zu ihnen als Praktikantin kommst. Noch dir irgendwelche Ausflüge on top verkaufen wollen.

Bedeutet also: Ein gutes Auslandspraktikum liegt nicht auf der Straße. Du musst dir klar sein, in welchen Bereich du gerne reinschnuppern möchtest oder welche Firma dich für ein Praktikum interessiert. Denn mit diesen Informationen kannst du anfangen zu recherchieren.

Deine Anlaufstellen sind die Job-Seiten von Unternehmen und Organisationen. Dort kann man oft nach Praktikumsstellen filtern. Du solltest dir die Mühe machen, jede Firma einzeln abzuklappern. Wenn du in kein Unternehmen willst, dann schau nach Organisationen. Aber achte darauf, dass sie gemeinnützig sind.

Oft haben gemeinnützige Organisationen zwar keinen finanziellen Topf, um ein großes Praktikumsgehalt zu bezahlen. Aber da sie als gemeinnützig registriert sind, stehen deine Chancen sehr gut, dass du anderweitig Gelder für dein Auslandspraktikum zusammensammeln kannst. Dazu wie gesagt demnächst hier mehr.

Ist es sinnvoll, ein Auslandspraktikum zu machen?

Wenn du meinen Artikel bis hierhin gelesen hast, dann kannst du dir diese Frage wahrscheinlich selbst beantworten. Definitiv: JA! Ein Praktikum in Deutschland ist schon mal phänomenal gut und das Auslandspraktikum hat hier nochmal meilenweit die Nase vorn. Es bringt dich extrem weiter, sowohl persönlich als auch beruflich.

Wenn du dich für ein Praktikum im Ausland nach dem Abitur entscheidest, bedeutet das auch, dass du erstmal eine Auszeit nimmst, bevor du in eine Ausbildung oder ein Studium startest. Und das ist definitiv das Beste, was du für dich und deine Zukunft tun kannst.

Wer ins Ausland nach dem Abi startet, sieht mehr von der Welt! Und dazu kann ich dir nur gratulieren.
Wer ins Ausland nach dem Abi startet, sieht mehr von der Welt! Und dazu kann ich dir nur gratulieren.

Denn Fakt ist: Die Chance auf den berühmten Griff ins Klo ist bei der Studien- und Berufswahl generell ganz schön hoch. Laut Statistik bringt jede*r dritte Bachelor-Studierende in Deutschland sein Studium nicht zu Ende. Warum?

Weil sich zu viele Schulabgänger*innen zu wenig Gedanken darüber machen, ob ihnen ein bestimmtes Studienfach liegt und was sie eigentlich wollen im Leben. Wo sie beruflich hin wollen und was sie glücklich macht. Und weil sie sich direkt nach dem Abi in ein Studium oder eine Ausbildung stürzen, die sie vorher nicht in einem Praktikum oder einer anderweitigen Auszeit auf Herz und Nieren getestet haben.

Mein Rat kann für dich nur sein: Don’t do it! Wenn du nach dem Abi keine Ahnung hast, wo du im Leben hin willst und was dir Spaß macht – nimm eine Auszeit. Probier dich aus, sammle unterschiedliche Erfahrungen und lerne die Welt kennen. Lies übrigens auch meinen Artikel genau zu diesem Thema: Mission Happiness! 6 Gründe, warum du eine Auszeit nach dem Abi nehmen solltest.

Merke: Ein Studium läuft dir nicht weg. Genauso wenig wie ein Ausbildungsplatz. Aber die Chance auf eine Auszeit nach dem Abi hast du eben nur einmal im Leben. Choose wisely!

Auslandspraktikum 2023 – Wo zieht es dich hin?


Puh, ganz schön viele Infos, oder? Ich hoffe, dass ich in meinem großen Guide zum Thema Auslandspraktikum die wichtigsten Fragen für dich beantworten konnte. Wenn doch noch Themen offen sind, dann schreib mir gerne: hi@dowhatyouloveacademy.de!

Außerdem hoffe ich natürlich auch, dass ich dir Lust auf ein Auslandspraktikum machen konnte. Und noch etwas: Dass ich dich dafür sensibilisieren konnte, dass bei dem Begriff „Auslandspraktikum“ nicht alles Gold ist, was glänzt. Deshalb: Augen auf bei der Wahl des richtigen Auslandspraktikums und bis demnächst!

Starte ins Ausland nach dem Abi

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