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Freiwilligenarbeit im Ausland: 10 Merkmale von hochwertigen Volunteering-Angeboten


Freiwilligenarbeit im Ausland oder auch „Volunteering“ ist eine für Abiturientinnen extrem coole Auslandsmöglichkeit. Denn ein Freiwilligendienst im Ausland nach dem Abi verbindet mehrere Dinge. Zum einen ist er eine sehr gute Gelegenheit, um eine Auszeit zwischen Schule und Studium zu nehmen.

Freiwilligenarbeit im Ausland eignet sich außerdem perfekt, um die Zeit nach dem Abi sinnvoll zu nutzen, dabei persönlich zu wachsen und mehr Klarheit im Hinblick auf die eigene Zukunft zu bekommen. Und Volunteering im Ausland ist dann geradezu grandios, wenn du neben der eigenen Persönlichkeitsfindung auch noch etwas Gutes in der Welt tun willst.

Klingt also nach einem Jackpot, wenn du mit dem Gedanken spielst, nach dem Abi ins Ausland zu starten? Definitiv. Allerdings kommt jetzt der Haken: Nicht alles, was da draußen so als „Freiwilligenarbeit im Ausland“ angeboten wird, ist eine gute Wahl. Warum?

Bei Freiwilligenarbeit im Ausland gilt: Augen auf bei der Wahl des Anbieters.
Bei Freiwilligenarbeit im Ausland gilt: Augen auf bei der Wahl des Anbieters.

In den vergangenen Jahren haben sich Anbieter auf den Volunteering-Markt geschlichen, die dort absolut nichts zu suchen haben. Und zwar kommerzielle Reiseveranstalter mit überteuerten und inhaltlich fragwürdigen „Ich tu Gutes in der Welt mit Tieren oder Kindern“-Kurzzeit-Gruppenreisen.

Da diese Reiseveranstalter online wie offline breitflächig Werbung für ihre Gruppenreisen schalten, werden dir ihre Angebote sehr wahrscheinlich als erstes ins Auge springen, wenn du einen Freiwilligendienst im Ausland suchst.

Warum kommerzielle Reiseanbieter ihre Gruppenreisen seit Neuestem als „Freiwilligenarbeit im Ausland“ verkaufen, was die Corona-Pandemie damit zu tun hat und warum du wirklich niemals einen kommerziellen Reiseveranstalter für dein Auslandsjahr nach dem Abi bezahlen solltest, habe ich bereits in meinem Artikel Ohne Organisation ins Ausland – 5 gute Gründe, dein Auslandsjahr in Eigenregie umzusetzen erklärt. Klick dich rein, wenn du ihn noch nicht kennst.

In diesem Artikel geht es nun darum, bei welchen Aspekten du deine Augen ganz genau aufmachen solltest, wenn du nach dem Abi ins Ausland willst und einen Anbieter für Freiwilligenarbeit im Ausland suchst.

Denn wie gesagt: Volunteering im Ausland steht und fällt mit der Wahl des (richtigen) Anbieters und Programms. Das richtige Angebot zu wählen, ist übrigens auch eine clevere Finanzentscheidung. Und wenn du mir schon länger folgst, dann weißt du, dass ich kluge Finanzentscheidungen absolut liebe. 😉

South African Street Art
South African Street Art 🙂

Also: Es liegt an dir, gute von schlechten Volunteering-Angeboten unterscheiden zu lernen. Und sinnvolle von sinnlosen. Es liegt an dir, unterscheiden zu lernen, welcher Anbieter für Freiwilligenarbeit im Ausland qualifiziert ist und welcher nicht. Was ein hochwertiger Freiwilligendienst im Ausland ist und was teurer Murks ohne Mehrwert ist. Und es liegt an dir, unterscheiden zu lernen, welche Art von Volunteering nach dem Abi dich persönlich weiterbringt und welche nicht.

Und genau dabei wird dir dieser Artikel helfen. Er wird dir helfen, ab sofort viele der Volunteering-Angebote, die dir Google auf Seite 1 ausspuckt, als Gruppenreisen zu identifizieren, die mit ernstzunehmender Freiwilligenarbeit im Ausland absolut gar nichts zu tun haben. Warum? Weil sie keins der folgenden Kriterien für qualitativ hochwertige Volunteering-Angebote erfüllen. Los geht’s!

1. XXL statt XXS: Dein Einsatz dauert mindestens 6 Monate

Kurzzeit-Freiwilligendienst versus Langzeit-Freiwilligendienst. Bereits hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Qualitativ hochwertige Freiwilligendienste im Ausland zeichnen sich primär schon mal dadurch aus, dass es sich bei ihnen um Langzeiteinsätze im Ausland handelt. Bedeutet: Eine ernstzunehmende Organisation wird niemals Freiwilligenarbeit im Ausland anbieten, die man als Freiwillige*r mal eben so für ein paar Wochen ausüben kann.

Und das hat auch seine Gründe. Denn Kurzzeit-Einsätze von ein paar Wochen sind weder für die Freiwilligen selbst noch für die Menschen vor Ort, die sie unterstützen, sinnvoll. Erstens dauert es seine Zeit, bis man als Freiwillige*r mental in seiner neuen Umgebung angekommen ist. Zweitens entstehen tragende Verbindungen zwischen den Freiwilligen und den Einheimischen erst mit einer längerfristigen Anwesenheit.

Die Freundinnen der Tochter meiner Guesthouse-Besitzerin in Kapstadt.
Die Freundinnen der Tochter meiner Guesthouse-Besitzerin in Kapstadt.

Ich selbst habe drei Monate für einen Austausch in China verbracht und kann nur sagen: Ich war so richtig erst nach zweieinhalb Monaten in meiner neuen Heimat angekommen. Die neue Kultur, die neue Umgebung, die neue Sprache – es dauert einfach, bis sich ein fremdes Land wie ein Zuhause anfühlt.

Und es dauert auch, bis man selbst seiner neuen Heimat etwas geben kann. Sprich, bis man als Volunteer soweit eingearbeitet ist, dass man eine echte Unterstützung für sein Freiwilligenprojekt sein kann.

Genau aus diesem Grund ist ein qualitativ hochwertiger Freiwilligendienst im Ausland mindestens sechs Monate lang. Tendenziell eher länger. Denn erst dann können beide Seiten wirklich voneinander profitieren. Die Freiwilligenarbeit im Ausland, für die man sich beispielsweise über weltwärts bewerben kann, ist auf einen Zeitraum von sechs bis 24 Monaten angelegt. Und das macht auch absolut Sinn so.

2. Die Organisation ist zertifiziert und wird durch öffentliche Gelder finanziert

Das nächste wichtige Qualitätsmerkmal für Freiwilligenarbeit im Ausland betrifft den Anbieter des Programms. Generell gilt: Halte Ausschau nach einem Freiwilligendienst im Ausland, der von einer zertifizierten, gemeinnützigen Organisation angeboten und durchgeführt wird.

Zertifizierte, gemeinnützige Organisationen erkennt man oft daran, dass sie zu öffentlichen Stellen in Deutschland oder der EU gehören und/oder, dass sie von öffentlichen Geldern finanziert werden. Sprich, dass sie beispielsweise vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Geld für Vermittlung und Organisation von Freiwilligenarbeit im Ausland erhalten.

Sie werden letztlich von Steuergeldern bezahlt, damit sie ihre Mission und ihren Auftrag erfüllen können. Dieser Auftrag kann zum Beispiel die Vermittlung von interkultureller Kompetenz, kultureller Austausch oder die Förderung von internationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit oder Solidarität sein.

Das Masakheni Fox Education Centre in Khayelitsha, Südafrika.
Das Masakheni Fox Education Centre in Khayelitsha, Südafrika.

Die Organisationen erhalten also Geld vom Staat, um ihre Mission zu erfüllen und ihre dabei entstehenden Kosten zu decken. Ihr Ziel ist es nicht, Gewinne einzufahren. Und das ist einer der elementaren Unterschiede zu kommerziellen Reiseveranstaltern, deren Ziel definitiv nicht die Vermittlung kultureller Kompetenz oder dein hochwertiger Freiwilligendienst im Ausland ist, sondern ihre eigene Gewinnmaximierung.

Generell gilt also: Zertifizierte, gemeinnützige Organisationen sind deine Anlaufstelle für qualitativ hochwertiges Volunteering im Ausland – niemals ein Reiseveranstalter. Denn Freiwilligendienste im Ausland, die von zertifizierten, gemeinnützigen Organisationen angeboten werden, bieten dir eine Reihe von Vorteilen, auf die ich gleich noch eingehen werde. Angefangen bei der Finanzierung deines Aufenthaltes über die Qualitätssicherung bis hin zu einem Konzept für deine eigene Sicherheit, wenn du als Freiwillige*r in die Welt startest.

3. Das Programm unterliegt strengen Qualitätskontrollen

Um dich im Dschungel der Auslandsprogramme mit dem Titel „Freiwilligenarbeit im Ausland“ zurecht zu finden und ein Volunteering-Programm im Ausland zu finden, das dich persönlich und beruflich weiterbringt, musst du vorab vor allem eins lernen: Gute von schlechten Programmen zu unterscheiden.

Das Problem mit dem Freiwilligendienst im Ausland ist Folgendes: Im Prinzip kann jeder Mensch und jede Firma Auslandsaufenthalte anbieten, die er oder sie „Freiwilligenarbeit im Ausland“ nennt. Denn der Begriff an sich ist nicht geschützt.

Farbflash in Südafrika - i love you!
Farbflash in Südafrika – I love you!

Völlig egal also, ob man nun ein kommerzieller Reiseveranstalter oder sonst wer ist. Im Prinzip kann jede*r eine Schildkröten-Farm auf Bali ausfindig machen, seine zahlende Kundschaft für teures Geld nach Indonesien fliegen, sie eine Stunde täglich die Panzer der kleinen Tierchen mit Zahnbürsten reinigen lassen und die ganze Aktion „Freiwilligenarbeit im Ausland“ nennen.

Aber diese Schildkröten-Crashkurse – wie ich sie gerne nenne, denn der Begriff sagt im Prinzip alles aus – sind eben kein qualitativ hochwertiges Volunteering-Programm, sondern eine Gruppenreise mit Besuch im Do-it-yourself-Streichelzoo.

Merke: Qualitativ hochwertige Programme mit Freiwilligenarbeit im Ausland unterliegen strengen Qualitätskontrollen und das müssen sie auch. Das hängt wiederum damit zusammen, dass gemeinnützige Organisationen, die letztlich von Steuergeldern finanziert werden, dahingehend überwacht werden, was sie mit den staatlichen Geldern eigentlich so veranstalten.

Der deutsche Staat oder die EU als Geldgeberin hat ein berechtigtes Interesse daran, sicherzustellen, dass die von ihnen gesponserten Programme einem gewissen Qualitätsanspruch gerecht werden. Und, dass staatlich geförderte Organisationen ihre Mission bestmöglich erfüllen.

Deshalb ist die Chance auf einen Flop-Aufenthalt extrem gering und auf ein tolles Programm mit persönlichem und beruflichem Mehrwert extrem hoch, wenn eine gemeinnützige Organisation hinter einem Freiwilligendienst im Ausland steht. Da ihre Programme kontinuierlich überprüft, evaluiert und verbessert werden.

Bemalte Straußeneier gibt's in Südafrika auch unter freiem Himmel zu bewundern - und zu kaufen ;-)
Bemalte Straußeneier gibt’s in Südafrika auch unter freiem Himmel zu bewundern – und zu kaufen 😉

Kommerzielle Reiseveranstalter hingegen unterliegen keiner staatlichen Qualitätssicherung. Was uns wieder zurück zu dem Punkt bringt, dass sie Streichelzoo-Besuche auf Bali als Freiwilligenarbeit im Ausland verkaufen können, die letztlich nur teuer sind, aber dich in deiner persönlichen, beruflichen und interkulturellen Weiterentwicklung keinen Schritt weiterbringen.

4. Volunteers werden nur in Projekten eingesetzt, in denen es auch sinnvoll ist

Ein weiteres Merkmal qualitativ hochwertiger Freiwilligenarbeit im Ausland betrifft die Projekte, in denen Freiwillige platziert werden. Und wenn man darüber nachdenkt, dann ist die sorgfältige Auswahl der passenden Projekte nicht nur extrem wichtig, sondern überlebenswichtig. Warum?

Simple as that: Freiwillige können mehr Schaden anrichten als Gutes tun, wenn sie in Projekten untergebracht werden, wo sie entweder überflüssig sind oder ihre Anwesenheit der lokalen Bevölkerung vor Ort mehr Nachteile bringt als hilft.

Deshalb stellen Organisationen, die qualitativ hochwertige Freiwilligendienste im Ausland anbieten, immer folgende Punkte sicher: Erstens, du nimmst als Volunteer den Einheimischen vor Ort keine Jobs weg, die sie selbst zum Leben und Überleben benötigen.

Steve und sein Shop mit handgemachter südafrikanischer Kunst.
Steve und sein Shop mit handgemachter südafrikanischer Kunst.

Als Volunteer ist es deine Aufgabe, Einheimische in der Umsetzung von Projekten zu unterstützen, jedoch nicht zu ersetzen. Denn damit würdest du ihnen die eigene Existenzgrundlage nehmen. Und es ist die Aufgabe der Organisation, sicherzustellen, dass genau das nicht passiert. Dass Freiwillige genau aus diesem Grund nur in Projekten eingesetzt werden, in denen es für die einheimische Bevölkerung wirtschaftlich Sinn macht.

Zweitens: In qualitativ hochwertigen Volunteering-Programmen ist sichergestellt, dass du als Volunteer keinen pädagogischen oder emotionalen Schaden anrichtest. Was meine ich damit?

Wenn du auf der Suche nach einem Freiwilligendienst im Ausland nach dem Abi bist, dann wirst du feststellen, dass sehr oft Projekte angeboten werden, die in irgendeiner Form mit der Unterstützung von Kindern zu tun haben. Sei es, dass Hilfe in Kindergärten, Schulen oder sonstigen Einrichtungen für Kinder gesucht wird. Oder dass es darum geht, Kindern im Ausland irgendeine Fremdsprache beizubringen.

Bei Freiwilligenarbeit mit Kindern solltest du absolut vorsichtig sein. Noch viel vorsichtiger als du jetzt – nachdem du diesen Artikel gelesen hast – ohnehin schon bei der Wahl deines Freiwilligen-Programms bist. Denn Freiwilligenarbeit mit Kindern ist pädagogisch heikel und kann mehr kaputtmachen als nützen, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen.

Masandi & Julia - It was love at first sight!
Masandi & Julia – It was love at first sight!

Kinder bauen Beziehungen zu ihren Bezugspersonen auf und ein ständiger Wechsel von Freiwilligen ist für die emotionale Entwicklung von Kindern nicht gerade vorteilhaft.

Wenn kommerzielle Reiseveranstalter also Freiwillige (sprich: Reisende) im Wochenrhythmus in Schulen, Kindergärten oder sonstige soziale Einrichtungen im Ausland schicken und im Schnellverfahren auf die dortigen Kinder loslassen, dann ist das definitiv keine pädagogisch wertvolle Aktion.

Ich würde behaupten, dass den Kindern vor Ort damit absolut kein Gefallen getan wird. Denn sobald sie sich an einen Volunteer gewöhnt haben, ist dieser schon wieder weg. Auch deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Rahmenbedingungen eines Freiwilligendienstes im Ausland den Bedürfnissen der einheimischen Bevölkerung gerecht werden.

Dazu gehört eben auch, die Einsatzstellen im Ausland für Freiwillige vorab sorgfältig zu prüfen und Volunteers nicht für wenige Wochen, sondern langfristig in einem Projekt zu platzieren – sprich mindestens sechs, besser zwölf oder 24 Monate, um wirklich einen Nutzen für das Projekt und die Menschen vor Ort erbringen zu können.

5. Um als Freiwillige dabei zu sein, musst du dich bewerben

Jetzt kommt der Fun Part! Etwas, das ich persönlich sehr liebe, weil es so ein wunderbares Gefühl von Selbstwirksamkeit und Stolz in einem selbst hervorbringt: Um an einem hochwertigen Freiwilligendienst im Ausland nach dem Abi teilnehmen zu können, musst du kein Geld auf den Tisch legen (und auch DAS liebe ich!), sondern du musst: Dich bewerben. Juhu!

South African Art Shop - so farbenfroh wie die Bevölkerung Südafrikas.
South African Art Shop – so farbenfroh wie die Bevölkerung Südafrikas.

Hell YES! Denn prinzipiell gilt im Leben: Jeder Job, jedes Programm, jeder Austauschplatz, jeder Sprachkurs, jeder Studienplatz im Ausland, für den du nicht selbst bezahlen musst, sondern für den DU Geld bekommst oder bekommen willst, benötigt eine Bewerbung. Eine gute Bewerbung und eine gute Planung. Simple as that.

Beispiel: Ich habe mein Master-Studium komplett im Ausland gemacht, nämlich in Sydney, Australien. Dieser Master ist für Eigenzahler (was die meisten Menschen nunmal sind) nicht gerade günstig. Allein die Studiengebühren betrugen damals umgerechnet 13.000 Euro für ein Jahr. Dazu kommen natürlich noch Miete, Flug, Visumskosten, Krankenversicherung, Kantinenessen, Bücher, Lebenshaltungskosten vor Ort und so weiter.

Ich habe für diesen gesamten Aufenthalt in Australien inklusive Master-Abschluss an der beliebten University of Sydney keinen Cent selbst bezahlt. Warum? Weil ich mich für ein Stipendium beworben habe, welches die Kosten für das gesamte Jahr mit allem drum und dran gedeckt hat.

Die Betonung liegt hier auf „beworben“. Denn natürlich muss man einen gewissen effort leisten und sich anstrengen, wenn man von anderen Geld für die eigenen Vorhaben im Leben erhalten will. Und so ist es auch, wenn du an einer qualitativ hochwertigen Freiwilligenarbeit im Ausland teilnehmen willst.

Um die vielen Vorteile genießen zu können, die dir eine gemeinnützige Organisation bietet, wenn du mit ihr für Volunteering nach dem Abi in die Welt ziehst, musst du frühzeitig planen und ein Bewerbungspaket zusammenstellen. Du brauchst einen aktuellen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, du musst dich auf Bewerbungsgespräche und Auswahltage vorbereiten.

Beautiful South Africa! Enjoying the view along the road :-)
Beautiful South Africa! Enjoying the view along the road 🙂

Wenn du all das nicht musst, dann gilt sehr wahrscheinlich: No effort, no benefit! Denn denk dran: Um im Rahmen einer Gruppenreise zwei Wochen lang Schildkröten auf Bali zu betüddeln, ist weder deine Qualifikation noch deine Motivation wichtig, sondern nur eins: Dein Geld. Beziehungsweise das deiner Eltern. Oder doch deins. Völlig egal – beides ist absolut inakzeptabel.

Für die Angebote kommerzieller Reiseveranstalter musst du dich nicht bewerben. Du musst nur bezahlen. Was uns direkt zum nächsten Punkt bringt, woran du hochwertige Volunteering-Angebote erkennst. Und ich liebe Punkt 6! Also weiter geht’s! 🙂

6. Die Freiwilligenarbeit kostet dich als Volunteer kein Geld

Jiiieeeha! Oh yes! Einer meiner Lieblingspunkte, den auch du lieben solltest. Denn: Hochwertige Freiwilligenarbeit im Ausland kostet dich als Freiwillige kein Geld. Full stop. Wo sich wieder der Kreis zur gemeinnützigen Organisation als Anbieter von hochwertigen Volunteering-Programmen schließt.

Wir erinnern uns: Gemeinnützige Organisationen sind öffentlich gefördert und nicht gewinnorientiert. Heißt: Sie verlangen in der Regel keine oder nur eine minimale, kostendeckende Gebühr von ihren Freiwilligen. Und das ist genau der Freiwilligendienst im Ausland, den du haben willst und suchen solltest.

Uralter Gemischtwarenladen in Stellenbosch, Südafrika.
Uralter Gemischtwarenladen in Stellenbosch, Südafrika.

Wenn du also keine Programmgebühr abdrücken musst, wie finanzieren gemeinnützige Organisationen das Volunteering im Ausland? Durch die eben genannten öffentlichen Gelder. Manche Organisationen ermutigen ihre Freiwilligen auch, einen Spendenkreis zu bilden, um einen Teil der Programmkosten aus dem eigenen Umfeld der Freiwilligen zu generieren.

Sprich: Eltern, Verwandte, Freunde der Volunteers können eine freiwillige Spende für den Volunteer geben und somit einen Teil zur Finanzierung des Freiwilligendienstes beitragen. Das ist aber meistens kein Muss. Der Großteil der Programmkosten wird aus öffentlichen Geldern gedeckt. Was im Übrigen auch bedeutet, dass sich jede*r einen Freiwilligendienst im Ausland nach dem Abi leisten kann. Völlig unabhängig von den Einkommensverhältnissen der eigenen Eltern.

Bedeutet für dich, wenn du als Volunteer einer gemeinnützigen Organisation ins Ausland startest: Du bekommst in der Regel Flug und Visumskosten bezahlt, erhältst eine Unterkunft, einen monatlichen Betrag für Lebensmittel und ein kleines monatliches Taschengeld.

Wenn du während deiner Freiwilligenarbeit im Ausland auch reisen und etwas von deinem Einsatzland sehen willst – was ich dir wirklich empfehle – dann solltest du ein finanzielles Polster angespart haben, mit dem du genau diese Reisen finanzierst.

Nur, weil eine Organisation alle Programmkosten für dich übernimmt, heißt das nicht, dass du völlig pleite ins Ausland fliegen kannst und solltest. Ersparnisse sind immer wichtig, wenn du nach dem Abi ins Ausland starten willst – verlasse Deutschland niemals ohne!

Warum du niemals ohne Ersparnisse ins Ausland starten solltest, siehst du mitunter hier :-)
Warum du niemals ohne Ersparnisse ins Ausland starten solltest, siehst du mitunter hier 🙂

Wenn du wissen willst, wie du es als Schülerin schaffst, ein großartiges finanzielles Polster für dein Auslandsjahr nach dem Abi anzusparen, dann lies direkt im Anschluss auch meine Artikel zum Thema Sparen fürs Auslandsjahr (Teil 1): Weniger Geld ausgeben und Sparen fürs Auslandsjahr (Teil 2): Mehr Geld einnehmen.

So war es übrigens auch bei meinem Master-Studium in Sydney. Die Organisation, die mir mein Stipendium gegeben hat, hat meine Studienkosten inklusive Studiengebühren, Flug und Visum sowie die Kosten für Unterkunft und Verpflegung komplett übernommen.

Was ich jedoch logischerweise selbst bezahlen musste, waren meine Reisen und Ausflüge in Australien. Und genau dafür brauchte ich Ersparnisse, die ich vorab angespart und für deren Verwendung ich vor meiner Ausreise nach Australien einen klugen Finanzplan erstellt hatte.

7. Du bist als Volunteer über die Organisation versichert

Hochwertige Volunteering-Angebote erkennst du nicht nur daran, dass den Organisationen das Wohlbefinden der Menschen in den Zielländern am Herzen liegt, sondern auch dein Wohlbefinden als Volunteer.

Organisationen, die qualitativ hochwertige Freiwilligenarbeit im Ausland vermitteln und organisieren, sichern ihre Freiwilligen für alle Eventualitäten ab, die vor Ort bei einem Freiwilligeneinsatz auftreten könnten.

Heißt: Sie lassen dich nicht einfach so in die Welt ziehen und hoffen, dass dir bitte nichts passiert. Das wäre auch ziemlich unverantwortlich. Nein, sie schließen für dich alle Versicherungen ab, die wichtig sind, damit du ohne Bedenken in die Welt starten kannst und bei deinem Einsatz rundum abgesichert bist.

Kids, die aufs Foto wollten. Und ihre bunten Shirts machen sich geradezu perfekt vor der Bergkulisse!
Kids, die aufs Foto wollten. Und ihre bunten Shirts machen sich geradezu perfekt vor der Bergkulisse!

Dazu gehören natürlich eine Auslandsreisekrankenversicherung, aber auch eine Unfallversicherung und eine Haftpflichtversicherung. All diese Versicherungen wird eine Organisation, die ernstzunehmende Freiwilligendienste im Ausland anbietet, für dich abschließen und bezahlen. Und all diese Versicherungen sind wichtig, da sie existenzielle Risiken für dich absichern.

Achte also darauf, wenn du auf der Suche nach einem Freiwilligendienst im Ausland nach dem Abi bist. Überprüfe, was die Organisation für dich als Volunteer tut. Schließlich bringst du deine Zeit und deine Arbeitskraft in ein Freiwilligenprojekt ein. Und dafür solltest du im Gegenzug nicht nur kein Vermögen ausgeben müssen, sondern auch sorgenfrei in dein Auslandsabenteuer starten können.

Wo wir direkt beim nächsten Punkt wären – bei dem Thema deiner wertvollen Arbeitskraft!

8. Du arbeitest als Freiwillige Vollzeit (yay!)

Jahaaa! Ein ernstzunehmender Freiwilligendienst im Ausland besteht nicht darin, mal eben eine halbe Stunde lang Schildkrötenpanzer zu schrubben und dann für den Rest des Tages auf Dschungelsafari zu verschwinden. Bei einem hochwertigen Volunteering-Angebot bist du als Freiwillige ein fester Bestandteil eines Teams mit entsprechender Verantwortung.

Heißt: Für dich gelten dieselben Arbeitsbedingungen wie für den Rest des (einheimischen) Teams. Die können selbstverständlich je nach Land und Projekt unterschiedlich sein und sind den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Aber allgemein gilt: Du arbeitest als Freiwillige Vollzeit. Und das ist doch echt richtig cool, denn das ist eine fantastische Übung für das spätere Berufsleben und den Arbeitsmarkt.

Und genau hier beginnt der Unterschied zwischen dem Typ Freiwilligenarbeit im Ausland, der dich persönlich und beruflich weiterbringt und den du dir aussuchen solltest. Und dem Typ Freiwilligenarbeit, der nur teuer ist und dich keinen Schritt weiterbringt, wo wir wieder bei meinem beliebten Schildkröten-Crashkurs wären. Übrigens: Ich mag Schildkröten, also nicht, dass du jetzt denkst… 😉

Wer arbeitet, der hat auch Urlaub und sollte das Land entdecken ;-)
Wer arbeitet, der hat auch Urlaub und sollte das Land entdecken 😉

Vorteil für diejenigen, die Vollzeit arbeiten: Sie haben auch ab und an Urlaub! Yay! Das ist eh das Beste am Arbeitsleben – just kidding! Diesen Urlaub solltest du unbedingt dazu nutzen, etwas vom Land zu sehen. Auch deshalb ist übrigens ein langfristiger Aufenthalt absolut sinnvoll.

Damit du am Ende deiner Freiwilligenarbeit im Ausland mit gutem Gewissen behaupten kannst, dass du dein Zielland wirklich kennengelernt hast. Nicht nur als Touristin. Sondern aus der Perspektive einer Einheimischen – was die allerbeste Erfahrung ist, die du jemals machen kannst und die dir ein Leben lang im Herzen erhalten bleiben wird.

9. Du erhältst Seminare zur Vor- und Nachbereitung

Noch ein wichtiger Punkt zum Thema Qualitätssicherung von Volunteering im Ausland in Bezug auf die Freiwilligen: Wer hochwertige Freiwilligenarbeit im Ausland organisiert und durchführt, dem ist das Wohl der eigenen Freiwilligen wichtig. Soweit waren wir schon. Das erkennst du auch daran, dass du als Freiwillige nicht mit den Irrungen und Wirrungen vor und nach deinem Auslandsaufenthalt alleine gelassen wirst.

Eine Organisation, die hochwertige Freiwilligendienste im Ausland anbietet, bereitet ihre Freiwilligen auf ihren Einsatz vor und hilft ihnen auch danach beim Wiedereingewöhnen zurück in Deutschland. Und das Ganze nicht nur ein einem zehnminütigen Zoom-Call, sondern für gewöhnlich in mehrtägigen Seminaren. Denn es ist nicht nur wichtig, dass du dich vor deiner Abreise gut informiert und aufgehoben fühlst. Auch die Rückkehr aus dem Ausland kann gar nicht so einfach sein!

Vom Farbfeuerwerk in Südafrika zurück ins graue Deutschland - dabei kann man schon mal Hilfe gebrauchen...
Vom Farbfeuerwerk in Südafrika zurück ins graue Deutschland – dabei kann man schon mal Hilfe gebrauchen…

Ich kann mich noch sehr gut an meinen eigenen Reverse Kulturschock nach meinen 15 Monaten in den USA nach dem Abi erinnern. Und daran, dass es alles andere als einfach sein kann, nach einem längeren Auslandsaufenthalt wieder mental in Deutschland Fuß zu fassen.

Denn während man selbst einen riesen Sprung nach vorne gemacht und sich im Ausland verändert hat, ist das Umfeld in Deutschland irgendwie doch gleich geblieben. Und damit muss man als Auslandsrückkehrerin erstmal klar kommen. 😉

Deshalb: Achte darauf, wie gut dich eine Organisation betreut, wenn du einen Freiwilligendienst im Ausland nach dem Abi machen willst. Du wirst es garantiert zu schätzen wissen, dass sie sich um dich kümmert.

10. Du musst Berichte zur Qualitätssicherung des Programms schreiben

So, und um das Thema Qualität von Freiwilligenarbeit im Ausland abzurunden, noch ein wichtiger Hinweis: Ernstzunehmende Organisationen für Volunteering im Ausland werden dich bitten, deinen Teil zur Qualitätssicherung ihrer Programme beizutragen.

Es ist üblich, dass gemeinnützige Organisationen, die dir deinen Auslandsaufenthalt finanzieren, Erfahrungsberichte von dir verlangen. Das war bei meinem Master-Stipendium übrigens auch so. Die Organisation wird von dir verlangen, während deines Einsatzes und wahrscheinlich auch nach deinem Einsatz – so war es zumindest bei mir – einen schriftlichen Bericht über deine Erfahrungen zu verfassen.

Erfahrungsberichte helfen dabei, die Qualität von Freiwilligenarbeit im Ausland zu kontrollieren und zu verbessern.
Erfahrungsberichte helfen dabei, die Qualität von Freiwilligenarbeit im Ausland zu kontrollieren und zu verbessern.

Diese Erfahrungsberichte der Freiwilligen helfen den Organisationen, den von ihnen angebotenen Freiwilligendienst im Ausland kontinuierlich zu überwachen und zu verbessern. Indem sie von ihren Freiwilligen erfahren wollen, wie das Leben vor Ort abläuft, wie der Einsatz genau aussieht, wie die Arbeitsbedingungen sind und so weiter. Das ist auch genau richtig so.

Und ich finde: Wer die Chance auf eine fantastische Auslandserfahrung nach dem Abi hat und dafür kaum bis gar nichts selbst bezahlen muss, der sollte auch etwas zurückgeben. Zum Beispiel, indem er oder sie einen Kick-Ass-Abschlussbericht verfasst und so sicherstellt, dass auch zukünftige Freiwillige ein tolles Auslandserlebnis haben werden. Ist doch eigentlich ganz easy, oder? 😉

Freiwilligenarbeit im Ausland – Wann startest du durch?


In diesem Artikel haben wir uns zehn Kriterien angesehen, anhand derer du hochwertige Volunteering-Angebote von Gruppenreisen mit Schildkröten-Crashkurs unterscheiden kannst.

Nimm dir diesen All-in-one-Guide zur Hand, wenn du im Internet auf der Suche nach einem Freiwilligendienst im Ausland nach dem Abi bist. Und auch dann, wenn irgendwelche Hochglanz-Kataloge mit Reisenden, die lachend kleine Panzertiere in die Kamera halten, bei dir zu Hause in den Postkasten flattern.

Ich hoffe, dass ich auch in diesem Artikel beweisen konnte, dass du definitiv keine reichen Eltern brauchst, um nach dem Abi in das Auslandsjahr deines Lebens zu starten. Die hatte ich übrigens auch nicht, so ganz nebenbei. Was du brauchst, ist das Wissen, um deinen Traum vom Auslandsjahr selbst realisieren zu können und die Fähigkeit, clevere Entscheidungen zu treffen.

Damit dir genau das gelingt, habe ich DOWHATYOULOVE.ACADEMY gegründet. Denn ich will, dass du deinen Traum vom Auslandsjahr nach dem Abi nicht völlig desillusioniert aufgibst, sondern lernst, ihn mit Plan und Köpfchen zu verwirklichen. Denn genau dafür sind Träume doch gemacht, oder nicht?

Und genau dafür bist du hier bei mir absolut richtig! 🙂

Starte ins Ausland nach dem Abi

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