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You Never Really Travel Alone: Warum Freunde finden im Ausland 10x einfacher ist als zuhause


Freunde finden im Ausland – wie schwierig oder leicht ist das eigentlich, wenn man nach dem Abi alleine in die Welt zieht? Eine spannende Frage, die mir schon häufiger gestellt wurde. Zuletzt erst vor ein paar Tagen, als ich an einem Gymnasium in München vor einer 10. Klasse stand und ihnen ihre besten Auslandsmöglichkeiten nach dem Abi präsentierte.

Übrigens: Wenn du Lehrer*in oder Schüler*in bist und auch du Interesse an einer Präsentation der verschiedenen Auslandsoptionen nach dem Abi für dich und deine Klasse hast, dann schreib mir: hi@dowhatyouloveacademy.de.

Sofern dein Gymnasium in oder um München ist, komme ich gerne persönlich vorbei, um euch kennenzulernen und all eure Auslandsfragen zu beantworten. Wenn nicht, schreib mir trotzdem und wir finden eine Möglichkeit! 🙂

Aber vorher zurück zum Thema Freunde finden im Ausland. Wenn du mir schon länger folgst, dann weißt du, dass ich ein großer Fan des Alleinreisens bin. Ich bin so gut wie immer alleine unterwegs – ob nun als klassische Weltenbummlerin auf irgendwelchen Reisen oder bei längeren Auslandsaufenthalten.

Deshalb möchte ich in diesem Artikel meine Erfahrungen zum Thema Freunde finden im Ausland mit dir teilen. Und vor allem die Frage beantworten, wie schwierig oder einfach das Freunde finden im Ausland eigentlich ist.

Wie du schon dem Titel dieses Artikels entnehmen kannst, ist meine persönliche Erfahrung aus sechs Auslandsjahren, dass Freunde finden im Ausland wesentlich einfacher funktioniert als in Deutschland. Und in der Tat besteht mein Freundeskreis heute vor allem aus Menschen, die ich irgendwann einmal irgendwo im Ausland kennengelernt habe.

Freunde finden im Ausland: Warum das viel einfacher ist als in Deutschland? Stay tuned!
Freunde finden im Ausland: Warum das viel einfacher ist als in Deutschland? Stay tuned!

Viele von ihnen kenne ich aus den USA, wo ich mein Auslandsjahr nach dem Abi mit einem großartigen Job bei Disney in Florida verbracht habe. Mehr zu diesem fantastischen Programm auch für dich bald hier im Blog, also stay tuned! Aber auch aus Australien, wo ich zum Master-Studium war oder aus Thailand, wo ich nach meinem Bachelor-Studium ein Auslandspraktikum gemacht habe.

Warum ich dir ein Praktikum in Thailand übrigens absolut ans Herz legen kann, erfährst du in meinem Artikel 90 Days in Bangkok: Warum ein Praktikum in Thailand auf deine To-Do-Liste muss. Klick dich danach direkt rein! 🙂

Aber jetzt starten wir mit meinem persönlichen Erfahrungsbericht zum Thema Freunde finden im Ausland. Schnapp dir einen Stift, um dir Notizen zu machen und los geht’s!

Warum Freunde finden in Deutschland ganz schön schwierig sein kann

Bevor wir uns gedanklich ins Ausland begeben, machen wir einen kleinen Exkurs. Nämlich mit dem Thema, dass neue Freundschaften schließen und neue Freunde finden in Deutschland ganz schön schwierig sein kann. Warum machen wir diesen Exkurs? Damit ich dir verständlich machen kann, mit welcher Prägung in Sachen Freundschaften ich nach dem Abi alleine ins Ausland gestartet bin. Und vielleicht ist meine Erfahrung in dieser Hinsicht von deiner gar nicht so weit entfernt.

Wenn ich mich an meine Schulzeit und das Thema Freundschaften erinnere, dann erinnere ich mich an drei Dinge.

Nummer 1: Ich war so ziemlich meine ganze Schulzeit bis zum Abi immer nur mit denselben Leuten unterwegs. Ich hatte ein paar gute Freund*innen und eine beste Freundin. Und diese zwischenmenschliche Konstellation hat sich durch meine neun Jahre Gymnasium durchgezogen wie ein Strudelteig. Veränderung gab’s da nicht viel. Und das hat vor allem mit Punkt Nummer 2 zu tun.

Nummer 2: Es gab eine extreme Cliquenbildung an meiner Schule und in meinem Jahrgang. Heißt, dass sich kleine Grüppchen von Schüler*innen formiert und dann über Jahre hinweg auch nicht mehr aufgelöst haben. In meinem Gymnasium war das Motto: Wenn ich einmal meine Tribe gefunden habe, dann bleibe ich in dieser Tribe bis zum Abi.

Und manche Grüppchen haben auch noch lange Zeit nach dem Abi bestanden – und bestehen teilweise bis heute. Daran ist prinzipiell auch nichts schlimm. Was ich damit jedoch sagen will, ist: Die Möglichkeit, neue Freunde zu finden, war während meiner Schulzeit recht limitiert. Ich war zwar in Sportvereinen, aber auch da kamen immer dieselben Menschen zusammen. Zwischenmenschliche Durchmischung war da ziemlich rar.

Nummer 3: Ich war früher extrem introvertiert. Und bin es bis heute, auch wenn man es mir nicht unbedingt sofort anmerkt. Prinzipiell bin ich niemand, der sich gerne ins Rampenlicht stellt oder der auf eine Gruppe von Menschen auf einer Party einfach so zum Small Talk zugehen würde.

Ich mache es zwar heute immer wieder, aber es kostet mich Überwindung und Energie. Als Schülerin machte ich es gar nicht. Und Referate vortragen war für mich die Höchststrafe, aber das ist ein anderes Thema.

So viel also zur Einordnung für dich, welcher Persönlichkeitstyp ich bin und aus welchem Umfeld ich kam, als ich nach dem Abi ins Ausland startete. Die Cliquenstruktur an meinem Gymnasium in München machte es zu Schulzeiten ganz schön schwierig, mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen und neue Freunde zu finden.

Dazu kam meine eher introvertierte Persönlichkeitsstruktur, aufgrund derer ich auch nicht außerhalb meiner Schule um neue Freunde hausieren gegangen bin. Bedeutete also, dass ich einfach alles mit „meinen“ Freundinnen unternommen habe und das Thema neue Freunde finden erstmal gar kein Thema war. Bis zu dem Moment, als ich alleine ins Ausland startete.

Warum Freunde finden im Ausland viel einfacher ist

Wenn du mir schon länger folgst, dann weißt du, dass ich schon in vielen Ländern dieser Welt gelebt, studiert und gearbeitet habe und all das immer auch für längere Zeiträume. Konkret waren meine Aufenthalte zwischen drei Monate und zwei Jahre lang. Mit einer einzigen Ausnahme bin ich immer alleine ins Ausland gestartet.

Aus dieser Erfahrung heraus kann ich dir sagen: Wenn du für länger als für einen zweiwöchigen Urlaub alleine ins Ausland gehst, dann bist du zwangsweise darauf angewiesen, neue Freunde im Ausland zu finden.

Denn Fakt ist: Ein ganzes Auslandsjahr oder sogar länger ist ohne soziale Kontakte nicht machbar. Wir alle brauchen Anschluss an andere Menschen und wollen Freunde im Ausland finden – um gemeinsam Spaß zu haben, uns auszutauschen, uns zu unterstützen und Erlebnisse zu teilen. Deshalb ist das Thema Freunde finden im Ausland nicht nur wichtig, sondern für dein Auslandsjahr nach dem Abi sogar überlebensnotwendig.

Freunde finden im Ausland ist wichtig für den Erfolg deines Auslandsjahres und macht happy!
Freunde finden im Ausland ist wichtig für den Erfolg deines Auslandsjahres und macht happy!

Was meine ich damit? Wer schnell im Ausland Anschluss findet, der hat eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, sein Auslandsjahr oder seinen Auslandsaufenthalt durchzuziehen und nicht mittendrin aufzugeben. Weil das Gefühl von Einsamkeit gar nicht erst aufkommt, weil du im Notfall Unterstützung bekommst und weil du gemeinsame Erinnerungen schaffen kannst. All das macht glücklich, stärkt das Durchhaltevermögen und erhöht den Spaßfaktor – meine persönliche Erfahrung! 😉

Aber zurück zur Frage, warum Freunde finden im Ausland so viel einfacher ist als in Deutschland. Sehen wir uns zunächst einmal an, welchen Personengruppen du im Ausland begegnest, die potenziell zu neuen Freunden werden können, wenn du alleine ins Ausland startest.

Da gibt es als erste Gruppe andere Deutsche, denen du mal mehr und mal weniger begegnest – je nachdem, wo auf dieser Welt du dich befindest. Die zweite Gruppe sind Einheimische, die wunderbar dazu geeignet sind, um neue Freundschaften zu schließen. Warum das so ist, dazu gleich mehr. Die dritte Gruppe sind andere Ausländer, also Internationals, die ebenfalls Gast in dem Land sind, in dem du dich befindest.

Wenn ich meinen Freundeskreis genauer unter die Lupe nehme, dann besteht er vor allem aus den Gruppen 2 und 3: Aus Menschen, die mal Einheimische in meinem Gastland waren und dann zu meinen Freunden wurden. Und aus Internationals, deren Wege sich irgendwo auf dieser Welt einmal mit meinen kreuzten und die bis heute Teil meines Lebens sind.

Aber starten wir einmal mit Gruppe 1: Andere Deutsche, denen du zwangsweise irgendwann einmal im Ausland begegnen wirst, denn glaub mir: Deutsche sind (fast) überall auf dieser Welt unterwegs. Nicht nur als Tourist*innen, sondern auch als Work & Traveler*innen, im Auslandspraktikum oder als Volunteers in Sozialprojekten im Ausland. Du wirst also sehr wahrscheinlich welche von ihnen treffen. Also, los geht’s!

1. Deutsche sind im Ausland viel offener als zuhause

Mein Motto ist prinzipiell immer: Vermeide andere Deutsche im Ausland und das will ich ganz generell auch dir ans Herz legen. Warum sage ich das? Vor allem deshalb, weil dich andere Deutsche im Ausland nicht weiterbringen – weder sprachlich noch kulturell.

Im Gegenteil: Sie halten dich davon ab, die fantastische interkulturelle Erfahrung im Ausland zu haben, die du haben könntest, wenn du dich an Einheimische halten würdest. Und sie bringen dir auch nichts, wenn du dir einen internationalen Freundeskreis aufbauen willst. Und der multikulturelle Freundeskreis ist wirklich mit das Beste an einem Auslandsjahr nach dem Abi. Warum würdest du dich also mit Deutschen im Ausland umgeben wollen? Genau. Eben nicht. 🙂

Obwohl meine Zielgruppe beim Thema Freunde finden im Ausland also nie andere Deutsche waren oder sind, bin ich natürlich trotzdem immer wieder mit Deutschen im Ausland in Kontakt gekommen. Und genau hier beginnt mein Learning, was Deutsche im Ausland betrifft, und welches ich mit dir teilen will.

Beim Freunde finden im Ausland rate ich dir generell: Vermeide andere Deutsche, um dir einen internationalen Freundeskreis aufzubauen.
Beim Freunde finden im Ausland rate ich dir generell: Vermeide andere Deutsche, um dir einen internationalen Freundeskreis aufzubauen.

Meine Beobachtung bezüglich Deutscher im Ausland ist die: Deutsche sind im Ausland viel offener als zuhause. Es ist viel, viel einfacher, mit Deutschen im Ausland ins Gespräch zu kommen, als es das in Deutschland ist. Warum ist das so? Ich denke, dass hier mehrere Faktoren zusammenkommen.

Erstens: In einer neuen unbekannten Umgebung ist irgendwie jede*r darauf angewiesen, Kontakte zu knüpfen – auch wir Deutsche. Weil wir gezwungenermaßen raus sind aus der eigenen Komfortzone. Gleichzeitig werfen wir als Deutsche bis zu einem gewissen Grad auch gesellschaftliche Normen, die unseren Alltag in Deutschland prägen, über Bord, sobald wir in die Welt hinausziehen.

Damit meine ich eine irgendwie angelernte Distanziertheit fremden Menschen gegenüber, ein gewisses Poker Face und die doch ziemlich arrogante Attitüde, dass wir eigentlich kein Interesse an neuen Bekanntschaften haben und genau das unser Gegenüber auch spüren lassen. Fällt mir zumindest in Deutschland oft auf.

Dazu kommt, dass wir unseren eigenen Social Circle für gewöhnlich nicht dabei haben, wenn wir ins Ausland gehen. Sprich die oben erwähnte Clique, unsere BFF, unser gewohntes Umfeld und die uns nahestehenden Menschen. Im Ausland sind wir auf uns alleine gestellt.

Und das führt dazu, dass wir Deutsche plötzlich etwas tun müssen, das wir zuhause in unserem gewohnten Umfeld eben nicht oder nur selten tun müssen: Uns um Kontakte bemühen. Uns um Small Talk bemühen. Uns um Anschluss bemühen. Freundlich und offen zu anderen sein. Auf andere zugehen.

Vielleicht haben wir irgendwann auch mal keine Lust mehr, Englisch zu sprechen und sehnen uns nach einem Gespräch auf Deutsch. Das ist der Moment, wenn wir als Deutsche warm werden und sich unsere Herzen für neue Bekanntschaften und gar Freundschaften öffnen. Vielleicht nicht unbedingt, weil wir es wollen. Aber weil wir es müssen.

Mir jedenfalls fiel es im Ausland immer sehr leicht, mit anderen Deutschen ins Gespräch zu kommen. Und wie bereits oben erwähnt, bin ich keine Person, die immer und überall aktiv auf andere zugeht. Im Ausland kommt es einfach viel häufiger vor, dass andere Deutsche auf mich zukommen – viel öfter, als mir das bisher in Deutschland passiert ist.

Möglicherweise kommt noch hinzu, dass uns Deutsche im Ausland eine gewisse Leichtigkeit umgibt, die man oft auch im Urlaub verspürt. Es ist so ein bisschen, als wenn der graue Einheitsbrei und die Kälte des Lebens in Deutschland von seinen Einwohner*innen abblättern würde – und diese plötzlich in ganz neuem Licht erstrahlen. Viel bunter, offener und freundlicher als zuvor.

Ich jedenfalls habe im Ausland sehr viele zufällige Bekanntschaften mit Deutschen gehabt – ob ich das nun wollte oder nicht. Wie du ja jetzt weißt, versuche ich mir Deutsche im Ausland generell vom Leib zu halten. 😉 Aber Scherz beiseite: Die wichtige Erkenntnis ist, dass ich immer dann sehr leicht Anschluss an andere Deutsche bekommen habe, wenn ich das wollte. Und das ist die Message, die ich dir in diesem Kapitel eigentlich mitgeben will.

Wenn du also Bedenken hast, ob du im Ausland als Introvertierte oder als Introvertierter Freunde finden bzw. Freundschaften mit Deutschen schließen kannst, dann ist meine Antwort: Don’t you worry! Denn meine Erfahrung ist, dass das zu 100% klappt. Und noch dazu viel einfacher als zuhause in Deutschland. Aber abgesehen von Deutschen kannst du im Ausland noch viel mehr neue Freunde finden – garantiert! Also, weiter geht’s!

2. Freunde finden im Ausland klappt mit Einheimischen extrem gut

Kommen wir zu meinem absoluten Lieblingskapitel und meinem Rat, den ich jedem immer und überall gebe. Wenn du neue Freunde im Ausland finden willst, dann solltest du dich primär an eine Gruppe halten: Einheimische! Denn niemand wird dein Erlebnis im Ausland so großartig und authentisch machen wie diejenigen, in deren Land du für eine Weile lebst – die locals eben.

Warum es nicht nur beim Thema Freunde finden im Auslandsjahr, sondern auch generell bei Reisen wichtig ist, dich für die besten Auslandserlebnisse mit Einheimischen zu umgeben, das erfährst du übrigens in meinem Artikel Travel like a local: Meine 5 Tipps für ein großartiges Auslandserlebnis. Check it out!

Beim Freunde finden im Auslandsjahr gilt: Halte dich an Einheimische für großartige Auslandserlebnisse!
Beim Freunde finden im Auslandsjahr gilt: Halte dich an Einheimische für großartige Auslandserlebnisse!

Und wenn ich jetzt nochmal meine Worte zu uns Deutschen beim Thema Freunde finden im Ausland Revue passieren lasse, dann muss ich sagen: Mit Deutschen im Ausland in Kontakt kommen ist einfach. Aber mit Einheimischen im Ausland Freundschaft schließen ist noch viel einfacher. Auch für leicht, mittel oder extrem Introvertierte wie mich übrigens. Die Beweisfotos habe ich dir angehängt. 🙂

Warum ist das so? Aus meiner Erfahrung im Ausland kann ich sagen: Einheimische sind prinzipiell neugierig auf Ausländer*innen und haben Interesse daran, mit uns in Kontakt zu kommen. Wenn du alleine ins Ausland ziehst, darfst du nie vergessen, dass du für die lokale Bevölkerung deines Gastlandes möglicherweise der allererste Kontaktpunkt zu Deutschland und der deutschen Kultur bist.

Dir muss auch klar sein, dass du im Ausland auf Einheimische treffen wirst, die sich einen Trip nach Europa oder Deutschland vielleicht niemals in ihrem Leben leisten können. Wenn du also in ihr Land kommst, bist du ihre internationale Erfahrung, die zu ihnen kam. Dementsprechend groß wird das Interesse an dir sein.

Und sobald die Einheimischen merken, dass auch nur eine minimale Kommunikation mit dir möglich ist, werden sie mit dir in Kontakt treten wollen und dich von sich aus ansprechen. Das ging mir in Thailand, China, Kambodscha, Mexiko, Vietnam und Malaysia so. Warum gerade dort? Weil dies Länder sind, in denen sich nicht alle Menschen eigene internationale Erfahrungen leisten können. In denen du als Ausländerin – je nachdem, ob du dich auf dem Land oder in Städten bewegst – erstmal als fremd und exotisch auffällst.

Mein erstes Learning für dich ist also, dass Einheimische im Ausland sehr oft auf mich zukamen und sehr wahrscheinlich auch auf dich zukommen werden. Mit Fragen, einer kleinen Unterhaltung oder einfach einem Lächeln. In Peking setzten sich einfach ein paar ältere Damen zu mir auf die Parkbank und begannen ein Schwätzchen auf Chinesisch mit mir.

Ich habe zwar nur die Hälfte verstanden (wenn überhaupt), aber für die Chinesinnen war es DAS Erlebnis schlechthin. Woher weiß ich das? Weil sie direkt irgendwelchen anderen Personen per Sprachnachricht von unserer Begegnung auf der Parkbank erzählten.

Meine zweite Erfahrung ist, dass wenn du im Ausland bei einer Gastfamilie wohnst oder ein Auslandspraktikum mit einheimischen Kolleg*innen machst, du gleich doppelt das große Los gezogen hast. Denn in beiden Fällen hast du genug Zeit, um deine einheimische Gastfamilie und deine Kolleg*innen so gut kennenzulernen, dass bleibende Freundschaften entstehen können. And that’s when the fun really begins!

Merke also, wenn du alleine ins Ausland starten und Freunde im Ausland finden willst: Die Einheimischen in deinem Gastland sind prinzipiell neugierig auf dich und wollen dich kennenlernen. Das macht es auch für Introvertierte einfacher, Anschluss an locals zu finden und im Ausland großartige Erlebnisse zu haben.

Wie meine Erfahrung bei meiner einheimischen Gastfamilie in Mexiko war, bei der ich während meines Spanisch-Sprachkurses wohnte, kannst du übrigens hier nachlesen: Spanisch lernen in Barcelona oder Mexiko: Der große DOWHATYOULOVE-Vergleich in 7 Kategorien. Die Unterkunft ist übrigens nur eine von sieben spannenden Kategorien, in denen ich Barcelona mit Mexiko vergleiche, denn: Ich habe beide Destinationen zum Spanisch lernen ausprobiert. Also klick dich rein!

Mein persönliches Empfinden ist übrigens auch, dass die Menschen in vielen Teilen dieser Welt generell offener und interessierter an Fremden sind, als wir es in Deutschland sind. Was dir natürlich in die Karten spielt, wenn du Freunde im Ausland finden willst. In vielen Ländern ist der Umgang der Menschen untereinander generell lockerer als bei uns.

Das fängt in Mexiko an, wo ich als Ausländerin einfach mal unverbindlich in einer Bar mit Live-Musik zum Tanzen aufgefordert wurde. Und geht in China weiter, wo ich von Fremden zum Abendessen in ihr Lieblingslokal eingeladen wurde, einfach so. Weil sie Lust hatten, etwas über die deutsche Kultur und das Leben in Deutschland zu erfahren.

Das Großartige am Freunde finden im Ausland: Du hast internationale Freundschaften fürs Leben. Und im Ausland immer einen Platz zum Schlafen. :-)
Das Großartige am Freunde finden im Ausland: Du hast internationale Freundschaften fürs Leben. Und im Ausland immer einen Platz zum Schlafen. 🙂

Und das endet in Thailand, wo ich dank meines Praktikums dort bis heute viele thailändische Freundinnen habe, die mich jedes Mal wieder in Bangkok begrüßen, wenn ich zu Besuch komme. Und mich zu Familienfesten und Geburtstagsfeiern ihrer Omas mitnehmen – was die schönsten Erlebnisse sind, die ich mir nur vorstellen kann und die meine Augen jedes Mal wieder aufs Neue leuchten lassen.

Mir fiel es also immer sehr leicht, im Ausland Kontakt zu Einheimischen zu bekommen, obwohl ich mich nicht zu den Extrovertierten zähle. Aus manchen dieser Bekanntschaften sind echte Freundschaften geworden, die bis heute halten. Und das macht mich sehr glücklich.

Aber da geht noch mehr! Denn eine Personengruppe, die im Ausland extrem leicht zu Freunden werden kann, fehlt uns noch und zwar: andere Ausländer*innen, die so genannten Internationals! Also, weiter geht’s!

3. Internationals sind im Ausland immer auf der Suche nach neuen Freundschaften

Kommen wir zur letzten Personengruppe, die relevant ist, wenn es ums Freunde finden im Ausland geht: die Internationals oder auch Expats genannt – je nachdem, was genau sie im Ausland machen und wie lange sie bleiben.

Internationals sind Menschen, die als Ausländer*innen für eine gewisse Zeit in einem fremden Land leben und sich dort ein neues Umfeld aufbauen. Internationals waren zum Beispiel meine Mitbewohnerinnen und ich in den USA, als wir zusammen ein Jahr bei Disney gearbeitet haben.

Heißt: Wir kamen als Ausländerinnen neu und alleine in ein uns fremdes Land und mussten mit dem Aufbau eines Social Circle wieder komplett bei null beginnen. Und so ein International wirst auch du sein, sobald du in ein Auslandsjahr nach dem Abi startest.

Internationals leben häufig in wechselnden Ländern und sind meist routiniert darin, sich immer wieder ein neues Leben und einen neuen Freundeskreis irgendwo im Ausland zu erschaffen. Sie sind es also gewohnt, Ausschau nach neuen Bekanntschaften und Freundschaften zu halten.

Aber auch die „routinierten“ Internationals haben natürlich irgendwann einmal damit angefangen, ins Ausland zu gehen und den ersten Schritt gemacht. Und fanden es so bereichernd und schön, dass sie es seitdem immer wieder tun. So eine bin ich zum Beispiel. 🙂

Internationals sind von ihrer Persönlichkeit her prinzipiell offen und interessiert an anderen Menschen. Und: Sie sprechen meistens sehr gut Englisch, was die Sprachbarriere zu Internationals in nicht-englischsprachigen Ländern praktisch eliminiert.

Da die meisten Internationals alleine ins Ausland gehen – so wie ich – sind sie darauf angewiesen, neue Freunde im Ausland finden zu müssen. Schließlich wollen sie ja nicht alleine irgendwo auf der Welt versauern, sondern eine gute Zeit haben. Und dazu gehören eben auch neue Freundschaften mit Einheimischen und anderen Internationals.

Neue internationale Freunde finden im Ausland geht auch für Introvertierte! :-)
Neue internationale Freunde finden im Ausland geht auch für Introvertierte! 🙂

Was heißt das also für dich? Wenn du nach dem Abi in ein Auslandsjahr starten willst und dir das Thema Freunde finden im Ausland Sorgen bereitet – halte Ausschau nach anderen Ausländer*innen in deinem Gastland.

Meiner Erfahrung nach sind Internationals extrem leicht anzusprechen und für gemeinsame Aktivitäten zu begeistern. Eben genau deshalb, weil sie im gleichen Boot sitzen wie du. Weil sie ebenfalls alleine ins Ausland kamen und nun Anschluss suchen.

Außerdem gibt es einen weiteren wichtigen Punkt, der Freunde finden im Ausland mit Internationals extrem einfach macht: das gleiche Mindset. Was bedeutet das? Menschen, die als Ausländer*innen für ein Jahr in ein fremdes Land gehen, ticken meist sehr ähnlich – völlig unabhängig von ihrer Nationalität.

Sie haben viele Dinge gemeinsam und eine ähnliche Persönlichkeit. Sie alle vereint eine gewisse Abenteuerlust, die Freude am Reisen und an neuen Erlebnissen, Neugierde, Offenheit für Neues und Interesse an fremden Kulturen und Menschen. Denn sonst würden sie den Schritt ins Ausland gar nicht erst gehen. Sie wollen alle raus aus ihrer Komfortzone und dabei Neues erleben und als Person wachsen.

Und eben genau deshalb, weil Internationals sehr viel in Sachen Ziele und Lebensvorstellung gemeinsam haben, funktioniert Freunde im Ausland finden mit Internationals wahnsinnig gut. Auf einer rein sprachlichen Ebene sind Freundschaften mit Internationals vielleicht sogar noch einfacher als mit Einheimischen – je nachdem, welche Landessprache die Einheimischen eben sprechen.

Bei gemeinsamen Aktivitäten von Internationals wird jedenfalls immer Englisch gesprochen, völlig egal, in welchem Land sie sich gerade befinden. Die Hürde, mit Internationals in Kontakt zu kommen, ist meiner Erfahrung nach also extrem niedrig. Das heißt übrigens nicht, dass dein Englisch super gut sein muss, um mit Internationals Freundschaft zu schließen.

Wenn du mit Internationals unterwegs bist, wird einfach immer Englisch gesprochen - völlig egal, wo du bist.
Wenn du mit Internationals unterwegs bist, wird einfach immer Englisch gesprochen – völlig egal, wo du bist.

Denn du musst dir vorstellen, dass im Kreis dieser Internationals sehr viele Nicht-Muttersprachler*innen Englisch sind, meistens sogar der Großteil. Gruppen von Internationals sind eigentlich immer bunt gemischt mit allen möglichen Muttersprachler*innen. Oft von mir in solchen Gruppen vorgefunden: Franzosen und Französinnen, Spanier*innen, Italiener*innen und Japaner*innen. Aber natürlich nicht nur.

Treffen von Internationals sind immer Treffen einer bunt-lustigen Gruppe, die meiner Erfahrung nach übrigens sehr regelmäßig stattfinden – egal wo. Denn Internationals unternehmen immer irgendetwas zusammen, weil sie eben nicht alleine im Ausland versauern wollen.

In der Gruppe der Internationals lohnt es sich definitiv, nach neuen Freundschaften Ausschau zu halten, wenn du dir langfristig einen internationalen Freundeskreis aufbauen willst. Was ich dir unbedingt raten kann! Und was dich nicht nur im Ausland eine großartige Zeit verbringen lässt, sondern auch noch lange darüber hinaus, nämlich dein ganzes Leben lang.

The world is full of friends – waiting to meet you!


In diesem Artikel haben wir uns angesehen, warum Freunde finden im Ausland viel einfacher ist als zuhause in Deutschland. Ich habe meine persönlichen Erfahrungen aus meinen sechs Auslandsjahren mit dir geteilt und dir gezeigt, dass es jede Menge Personen gibt, die auf dieser Welt zu Freunden werden können (und auch werden), sobald du alleine ins Ausland gehst. Auch als introvertierte Person. 🙂

Ich persönlich empfehle dir, dich im Ausland an Einheimische und Internationals zu halten, um dir langfristig einen bunten, multikulturellen Freundeskreis aufzubauen. Dieser internationale Freundeskreis hat gleich mehrere Vorteile: Du kannst ihn nutzen, um auch nach deinem Auslandsjahr weiterhin Englisch zu sprechen.

Außerdem hast du überall auf der Welt immer Freunde, die auf dich warten – und das meine ich absolut ernst. Wenn ich in Mexiko City lande, holen mich meine mexikanischen Freunde vom Flughafen ab. Wenn ich nach Bangkok komme, ziehe ich mit meinen thailändischen Freundinnen über die besten Street-Food-Märkte der Stadt, die nur Einheimische kennen.

Wenn ich auf die Philippinen nach Manila komme, wartet schon eine Freundin mit hausgemachtem Essen und ihrem Gästezimmer auf mich. Für mich ist all das unbezahlbar. Denn ich habe immer und überall ein „home away from home“ und die beste local experience, die man nur haben kann.

Wir haben uns nach dem Abi in den USA kennengelernt und sind bis heute befreundet. Meine Mitbewohnerinnen aus Mexiko, Kanada, Frankreich und ich.
Wir haben uns nach dem Abi in den USA kennengelernt und sind bis heute befreundet. Meine Mitbewohnerinnen aus Mexiko, Kanada, Frankreich und ich.

Was ich dir damit sagen will: Deine internationalen Freunde werden auch in Zukunft sehr gerne ihre Kultur mit dir teilen und dir großartige Erlebnisse in ihrem Heimatland bescheren, wenn du sie besuchen kommst. Sie werden dich in die besten lokalen Restaurants führen, zu Familienfesten mitnehmen und dich wirklich in ihre Kultur eintauchen lassen. Und das ist wohl das beste Geschenk, das du beim Entdecken neuer Länder bekommen kannst. Das ist viel, viel mehr als nur Tourismus.

Und last but not least: Dank deines internationalen Freundeskreises wirst du den interkulturellen Weitblick nie verlieren. Denn mit Freunden aus allen möglichen Ländern werden dein Herz und dein Geist immer offen bleiben. Offen für neue Kulturen, offen für neue Erlebnisse, offen für neue Menschen.

All das werden übrigens auch zukünftige Arbeitgeber*innen an dir lieben. Denn auch im Arbeitsleben ist interkulturelle Kompetenz und die Fähigkeit, gut in internationalen Teams arbeiten zu können (meistens auf Englisch übrigens) extrem wichtig. Wenn du all das hast und kannst, hast du auch im Hinblick auf zukünftige Jobs immer die Nase vorn. Auch das ist meine persönliche Erfahrung.

Du siehst: Ein internationaler Freundeskreis ist auf allen Ebenen ein Jackpot! Geh raus in die Welt und schnapp ihn dir! Denn denk dran: The world is full of friends – waiting to meet you! 🙂

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