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Volunteering versus Voluntourismus: Warum du von 14 Tagen Schildkröten retten auf Bali die Finger lassen solltest


Volunteering versus Voluntourismus – zwei Worte, die fast identisch klingen, aber zwischen denen de facto Welten liegen. Das „versus“ habe ich hier demnach ganz bewusst gesetzt, denn der Inhalt der beiden Begriffe könnte gegensätzlicher kaum sein. Und wenn du nach dem Abi ins Ausland starten willst und dich für Freiwilligenarbeit interessierst oder generell darüber nachdenkst, etwas Gutes für andere Menschen oder Tiere zu tun, dann ist dieser Artikel für dich.

Denn in diesem Artikel sehen wir uns an, was Volunteering eigentlich ist, wie aus Volunteering irgendwann Voluntourismus entstand, was die beiden Konzepte voneinander abgrenzt und worauf du achten musst, wenn du als Freiwillige wirklich einen positiven Impact in der Welt hinterlassen willst.

So viel schon einmal vorab: Volunteering, also Freiwilligenarbeit im Ausland, ist eine großartige Art und Weise, Gutes zu tun und dabei zu lernen und zu wachsen. Aber nur, wenn du das richtige Programm und den richtigen Anbieter wählst. Und wenn du weißt, von welchen Angeboten du unbedingt die Finger lassen musst.

Warum? Weil sie dir weder persönlichen, noch beruflichen Mehrwert liefern. Weil sie keine ernstzunehmende Auslandserfahrung sind. Weil sie teuer sind. Und weil sie im schlimmsten Fall auch noch der einheimischen Bevölkerung schaden, der du ja eigentlich helfen willst. Also, Augen auf und los geht’s mit dem großen Vergleich Volunteering versus Voluntourismus! Oder auch: Warum du von 14 Tagen Schildkröten retten auf Bali die Finger lassen solltest. Los geht’s!

Was ist Volunteering?

Volunteering ist der englische Begriff für Freiwilligenarbeit. Der begrifflichen Definition nach geht es darum, „freiwillig“ Arbeit zu leisten, sprich unbezahlt in Sozialprojekten mitzuarbeiten. In der Realität sieht es aber so aus, dass Freiwilligenarbeit nicht immer zwangsweise unbezahlt sein muss. Oft wird den Volunteers, also den Freiwilligen, für ihren Einsatz ein kleines Taschengeld bezahlt, das ihnen hilft, ihre Lebenshaltungskosten in ihrem Gastland zumindest teilweise zu decken.

Volunteers arbeiten für einen bestimmten Zeitraum in sozialen Projekten mit und unterstützen einheimische soziale Einrichtungen oder Projekte mit sozialem Charakter. Die meisten Volunteering-Projekte gibt es im sogenannten „Globalen Süden“, in der Ländergruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer, zu der viele Länder in Südamerika, Asien und auf dem afrikanischen Kontinent zählen. Zudem habe ich auch schon Volunteering-Projekte in einigen Ländern Osteuropas und in Nordamerika gesehen.

Der Bedarf an Freiwilligen in der Welt ist also groß und die Möglichkeiten, sich als Freiwillige*r im Ausland zu engagieren und dabei Gutes zu tun, sind vielfältig. Klassische Bereiche oder Projekte, in denen sich Freiwillige einbringen können, sind Umwelt- und Tierschutz-Projekte, Klimaschutz-Projekte und Projekte, die auf die 17 globalen Ziele der Vereinten Nationen einzahlen, wie etwa Bildungsförderung, Gleichstellung von Mädchen und Frauen, medizinische Versorgung oder die Bekämpfung von Armut.

Das Interesse an Freiwilligenarbeit ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Bei deutschen Freiwilligen sind vor allem Klimaschutz-Projekte beliebter geworden, was sicherlich mitunter von der Bewegung „Fridays for Future“ befeuert wurde.

Gemäß der Beratungsstatistik von Eurodesk, das einen Arbeitskreis zum Thema „Wege ins Ausland“ unterhält, waren im Jahr 2022 übrigens 64% aller Interessent*innen für Auslandsaufenthalte zwischen 17 und 19 Jahre alt und weiblich. Das deckt sich auch mit meiner eigenen Erfahrung aus Gesprächen mit Gymnasiasten und Gymnasiastinnen: Für Freiwilligenarbeit im Ausland interessieren sich mehr Schülerinnen als Schüler, mehr Mädels als Jungs. Aber das ist hier eigentlich nebensächlich.

Wichtig ist, dass Volunteering bzw. Freiwilligenarbeit im Ausland immer beliebter wird. Und zuletzt noch mal mehr. Seit dem Ende der Corona-Pandemie sind die Anfragen nach Auslandsaufenthalten allgemein und nach Volunteering-Projekten im Besonderen nochmals in die Höhe geschnellt. Und das ist wichtig, um zu verstehen, wie Voluntourismus nicht nur den Auslandsmarkt erobern konnte, sondern auch als Geschäftsmodell überleben kann. Aber dazu im nächsten Abschnitt mehr.

Vorher will ich noch darauf eingehen, was Volunteering eigentlich zu einem vollen Erfolg für Freiwillige und auch die lokale Bevölkerung macht: Wenn die Dauer des Einsatzes lang genug ist, damit der oder die Freiwillige wirklich etwas mitnehmen kann – beruflich wie persönlich. Und wenn das Programm damit auch lang genug ist, um der einheimischen Bevölkerung einen wirklichen Mehrwert und echte Unterstützung zu sein.

Außerdem: Wenn das Projekt bzw. die Freiwilligenarbeit zum Ziel hat, wirklich etwas zu verändern in der Welt. Sprich, wenn Volunteers die Situation in ihrem Einsatzland nachhaltig verbessern können. Und wenn das Projekt gut organisiert ist, wozu nicht nur die Betreuung der Volunteers und deren Einsatzstellen vor Ort gehört, sondern auch die Vorbereitung der Freiwilligen in Deutschland. All diese Punkte sind wichtig für den nachhaltigen Erfolg eines Freiwilligenprogrammes.

Warum genau diese Punkte bei Angeboten, die unter den Begriff Voluntourismus fallen, nicht erfüllt sind, und was Voluntourismus eigentlich genau ist, darum geht es jetzt. Also, weiter geht’s!

Was ist Voluntourismus?

Rein begrifflich ist Voluntourismus eine Kreation aus den Worten Volunteering und Tourismus, sprich Freiwilligenarbeit und einer Reise. Und auch inhaltlich ist Voluntourismus eine Mischform aus genau diesen beiden Dingen: Ein Schmalspur-Einsatz in Sachen Tiere retten oder Kinder unterrichten, kombiniert mit klassischem Tourismus. Angeboten zumeist von Reiseveranstaltern, also kommerziellen Tourismusanbietern, gegen Bezahlung.

Ich nenne als Beispiel für Voluntourismus immer gerne den 14-tägigen Schildkröten-Crashkurs auf Bali. Denn in der Tat steht Bali als Destination für auslandshungrige Schulabgänger*innen schon seit Jahren hoch im Kurs. Deshalb sind auf Bali in den letzten Jahren auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Voluntourismus-Projekten wie Pilze aus dem sandigen Boden geschossen.

Ein Bali-Klassiker ist das gerne von mir zitierte Schildkrötenretten bzw. der Crashkurs in eben diesem, bei dem eine ganze Gruppe von Tourist*innen erst die Panzer der kleinen goldigen Tierchen mit XXS-Zahnbürsten schrubbt und dann die endlich sauberen Krabbeltierchen über den Strand zurück ins Meer robben lässt. All das natürlich social-media-wirksam fotografisch inszeniert, als Insta-Stories oder in Reel-Form aufbereitet.

Sieht man übrigens ziemlich häufig bei Instagram, denn die Schildkröten-Crashkurse erfreuen sich extremer Beliebtheit. Side Note: Nach dem Lesen dieses Artikels hoffentlich bei immer weniger von euch. Ist wichtig, den Unterschied zwischen Volunteering und Voluntourismus zu verstehen.

Voluntourismus-Anbieter nennen ihre Reisenden übrigens auch gerne „Volunteers“, was zu gewollter Verwirrung darüber führt, wie groß der Impact der Tourist*innen auf die lokale Bevölkerung bzw. deren Wohlergehen tatsächlich ist. Denn der Begriff „Volunteer“ ist in den Köpfen der meisten Menschen mit dem selbstlosen Geben und dem Thema „nachhaltig Gutes tun und die Welt verbessern“ verknüpft, was ja aber mit dem, was Voluntourist*innen beispielsweise auf Bali oder auch sonst wo anstellen, wenig zu tun hat.

Denn Voluntourismus zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass die Zeitspanne recht kurz ist, in der sich die Reisenden mit Sozial- oder Umweltprojekten, wie dem mit dem Sauberbürsten kleiner Schildkröten, befassen. Es handelt sich meistens nur um zwei bis drei Wochen, was eben genau der Länge eines normalen Urlaubs entspricht und auch deshalb mit regulärem Volunteering nichts zu tun hat.

Another Side Note: Selbst wenn du ein Voluntourismus-Angebot mit sechs oder acht Wochen Länge buchst, macht es das nicht besser. Denn der Inhalt des Aufenthalts bleibt der gleiche – nur deine Kosten für das Programm steigen. Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

Ein weiteres Merkmal von Voluntourismus ist, dass die Reisenden in 99% der Fälle viel Geld bezahlen, um für eine kurze Zeitspanne in einem Projekt in ihrem Zielland zu arbeiten bzw. sich dort einzubringen. Wir sprechen hier je nach Dauer von mehreren tausend Euro – dafür, dass du vor Ort in deinem Zielland Schildkrötenpanzer säuberst. Die helfende Hand ist bei Voluntourismus-Angeboten also sehr teuer (don’t do it!).

Merke: Bei Voluntourismus handelt es sich also um ein touristisches Angebot, bei dem das touristische Erleben im Vordergrund steht und welches kein nachhaltiges Ziel verfolgt. Auch dann nicht, wenn es als „Sozialprojekt“, „Freiwilligenarbeit“ oder sonst wie wohlwollend gelabelt ist.

Warum dieses touristische Angebot nicht nur teuer ist, sondern auch fatale Auswirkungen auf die einheimische Bevölkerung in den Zielländern der Dritten Welt haben kann, das zeigt eine Doku des WDR mit dem Titel „Freiwilligenarbeit in ärmeren Ländern: Wer wirklich daran verdient“ auf erschreckende Art und Weise.

Der Film begleitet zwei Abiturientinnen, die über verschiedene Voluntourismus-Anbieter nach Sri Lanka und nach Bali gehen, in der Erwartung, dort nach dem Abi Gutes zu tun – die eine beim Englisch unterrichten und in einem eben solchen Schildkrötenprojekt, die andere in einem Waisenhaus.

Was die beiden in Sri Lanka und auf Bali tatsächlich erleben und warum UNICEF von Voluntourismus-Projekten mit Kindern dringend abrät? Klick dich unbedingt rein, hier geht’s zum Film Freiwilligenarbeit in ärmeren Ländern: Wer wirklich daran verdient. Und du wirst Freiwilligenarbeit mit Kindern ab sofort in einem ganz anderen Licht sehen – so wie ich übrigens auch.

Ein Voluntourismus-Aufenthalt von 14 Tagen mit Schildkröten-Crashkurs bringt dir darüber hinaus auch nichts für deinen Lebenslauf, auch wenn das die Anbieter solcher Reisen im Rahmen ihrer Marketingmaßnahmen gerne behaupten. Denn in Vorstellungsgesprächen kannst du mit 14 Tagen Bali bei Personalverantwortlichen nicht punkten, denn das ist keine ernstzunehmende Auslandserfahrung, die dir persönlichen oder beruflichen Mehrwert bringt.

Eine ernstzunehmende Auslandserfahrung, die dich persönlich wachsen lässt, dir berufliche Orientierung ermöglicht, dir sprachliche Vorteile bringt, und dich wirklich tief in eine fremde Kultur eintauchen lässt, ist ein Auslandsaufenthalt von 12 Monaten, bei dem du irgendeiner Form von Job nachgehst, sei es im Rahmen von Work & Travel, bei einem Auslandspraktikum oder eben bei einem Freiwilligendienst im Ausland – einem richtigen eben.

Worauf Arbeitgebende und Personalverantwortliche achten, wenn sie Berufseinsteiger*innen in Vorstellungsgesprächen vor sich sitzen haben oder deren Bewerbungsunterlagen sichten, das habe ich übrigens hier für dich gesammelt und anhand einer spannenden Studie belegt: Skills 4 Future: Warum dich Arbeiten im Ausland nach dem Abi beruflich weiterbringt, aber eine Gruppenreise nicht. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig. Also, klick dich rein, wenn du wissen willst, wie du deinen Lebenslauf nach dem Abi wirklich effektiv auf Vordermann bringst. Und die Vorteile auf dem Arbeitsmarkt sind deine! 🙂

Aber zurück zum Thema Voluntourismus. Wie wurde aus Volunteering eigentlich Voluntourismus? Ich sage mal so: Wo eine Nachfrage ist, da wird ein Angebot geschaffen. Auch wenn dieses Angebot nicht zwangsweise sinnvoll ist, denn das ist dann erstmal zweitrangig.

Wenn es eine Nachfrage von Schulabgänger*innen gibt, nach dem Abi erstmal fremde Länder zu bereisen und dabei mit dem Gedanken an Nachhaltigkeit, ohne großen Aufwand und für ein paar Wochen etwas Gutes zu tun, dann kommen eben solche Angebote auf den Markt. Simple as that.

Und „ohne großen Aufwand“ ist hier ein zentraler Punkt, denn für reguläre Volunteering-Programme ist tatsächlich ein gewisser Aufwand seitens der Volunteers nötig. Für 12-monatiges Volunteering einer gemeinnützigen Organisation muss man sich bewerben und wird ausgewählt. Heißt: Bewerbung schreiben, die eigene Motivation schriftlich darlegen, ein Vorstellungsgespräch mitmachen. Das ist Aufwand, das ist Arbeit, das ist unbequem.

Wer also für all das zu faul ist und wer zudem keine 12 Monate raus will aus der eigenen Komfortzone, für den sind Voluntourismus-Angebote auf den Markt gekommen. Wo eine Nachfrage, da ein Angebot. Ganz einfach. Befeuert wurde das Entstehen neuer Voluntourismus-Angebote weltweit übrigens auch noch durch die Corona-Pandemie und deren wirtschaftliche Auswirkungen auf die Tourismusbranche.

Wie genau die Pandemie dazu beigetragen hat, dass seit 2021 immer mehr Voluntourismus-Angebote wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, das habe ich bereits in meinem Artikel Ohne Organisation ins Ausland: 5 gute Gründe, dein Auslandsjahr in Eigenregie umzusetzen erklärt. Klick dich unbedingt rein, wenn du ihn noch nicht kennst.

Spoiler schon mal vorab: Es geht um jede Menge Profit und darum, als Reiseveranstalter nach der Corona-Zwangspause finanziell zu überleben – und nicht um das Bestreben, die Welt mit diesen Angeboten ein kleines Stück besser zu machen. Und das ist doch letztlich das, was wir alle eigentlich wollen, oder nicht?

Ist Freiwilligenarbeit im Ausland gut oder schlecht?

Volunteering ist eine großartige Form, nach der Schule Gutes in der Welt zu tun, gleichzeitig ein tolles Auslandsjahr zu haben und als Person gestärkt, voller toller Erinnerungen und mit einem Netzwerk an internationalen Freundschaften zurück nach Hause zu kommen.

Aber eben nur dann, wenn du die Augen ganz weit aufmachst und auf dem unübersichtlichen Markt von Anbietern und Angeboten die Spreu vom Weizen trennen kannst. Wenn du darauf achtest, dass du ein Programm wählst, das der einheimischen Bevölkerung nicht schadet.

Auch nur dann, wenn du den Hintern zusammenkneifst und in Kauf nimmst, dass es eben auch mal etwas unbequem wird, um nach dem Abi eine echte Volunteering-Erfahrung zu haben. Wir erinnern uns an das Bewerbungsverfahren, durch das du bei qualitativ hochwertigen Volunteering-Programmen eben nunmal durch musst (aber es lohnt sich!).

Und auch nur dann, wenn du aufgrund deines Wissens, das unter anderem ich dir hier vermittle, bewusst NEIN sagst zu Voluntourismus-Angeboten da draußen in der Welt.

All diese Punkte kombiniert sorgen dafür, dass nicht nur du ein nachhaltig tolles Auslandserlebnis mit Mehrwert nach dem Abi hast. Sondern, dass auch die lokale Bevölkerung den maximalen Nutzen von deiner Unterstützung vor Ort hat. Und darum geht es ja letztlich.

Was ist also meine Antwort auf die Frage, ob Freiwilligenarbeit im Ausland gut oder schlecht ist? Volunteering ist großartig! Wenn du eben Volunteering wählst und bereit bist, für ein Jahr Freiwilligenarbeit im Ausland und einen echten Impact die Extrameile zu gehen. Und wenn du von 14 Tagen Schildkröten retten auf Bali (oder auch sonst wo) und anderen Formen von Kurzzeit-Freiwilligendienst die Finger lässt.

Volunteering versus Voluntourismus – an diesen Merkmalen erkennst du den Unterschied

Zum Schluss will ich dir noch meine persönliche Sammlung der Top 5 Merkmale an die Hand geben, die dir helfen sollen, Volunteering-Programme von Voluntourismus-Angeboten zu unterscheiden. Diese Merkmale kannst du als Leitfaden nutzen, wenn du im Internet auf die Suche nach einem „echten“ Volunteering-Programm mit Mehrwert für dich und die lokale Bevölkerung gehst. Also, let’s do it!

Merkmal 1: Anbieter

Volunteering: Gemeinnütziger Träger (gGmbH) ohne Gewinnerzielungsabsicht, co-finanziert von der deutschen Regierung oder der Europäischen Union.

Voluntourismus: Kommerzieller Reiseanbieter, Tourismusunternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht.

Merkmal 2: Dauer

Volunteering: Projektdauer in der Regel 12 Monate, Minimum 6 Monate, um etwas zu lernen und für die einheimischen Projektpartner*innen eine echte Unterstützung zu sein.

Voluntourismus: Ab 2 Wochen buchbar.

Merkmal 3: Kosten

Volunteering: Keine Kosten für die Teilnahme, u.U. wird eine kleine Gebühr fällig, die lediglich die administrativen Kosten des gemeinnützigen Trägers deckt.

Voluntourismus: Reguläre Kosten für eine Gruppenreise, Preis gestaffelt nach Dauer.

Merkmal 4: Bewerbungsverfahren

Volunteering: Es wird ein Auswahlverfahren für Volunteers durchgeführt. Kriterien: Motivation, Eignung, Sinnhaftigkeit des Vorhabens im Hinblick auf spätere berufliche oder akademische Ziele (Studiengang, Berufswahl), in der Regel schriftliche Bewerbung plus Vorstellungsgespräch.

Voluntourismus: Keine Vorauswahl der Teilnehmenden, jede*r kann mitmachen, solange er oder sie bezahlt.

Merkmal 5: Deine Benefits als Volunteer

Volunteering: Du erhältst eine detaillierte Vorbereitung auf deinen Einsatz, Betreuung vor Ort, den Flug in dein Zielland, alle nötigen Versicherungen inkl. Kranken- und Unfallversicherung, Unterkunft und oftmals außerdem ein kleines Taschengeld.

Voluntourismus: Du erhältst eine Gruppenreise, für die du vorab bezahlt hast.

Volunteering oder Voluntourismus – was wählst du?


In diesem Artikel haben wir uns angesehen, was Volunteering und was Voluntourismus eigentlich ist und was diese beiden Konzepte, die doch recht ähnlich klingen, voneinander unterschiedet.

Ich habe dir meine persönliche Meinung dazu gegeben, ob Volunteering gut oder schlecht ist und dir Merkmale aufgezeigt, anhand derer du Voluntourismus-Angebote von regulärem Volunteering unterscheiden kannst. Und ich habe dir verschiedene Gründe aufgezeigt, warum dich 14 Tage Schildkröten retten auf Bali nicht weiterbringen, weder beruflich noch persönlich, und du deshalb die Finger von solchen Angeboten lassen solltest.

Abschließend noch folgender Hinweis: Es ist absolut nichts dagegen einzuwenden, nach dem Abitur einfach mal ein bisschen was von der Welt sehen zu wollen, ein bisschen Spaß zu haben, etwas zu erleben und das alles ohne direkt ein ganzes Jahr ins Ausland zu gehen. Der Wunsch nach einer kurzfristigen Reise ist genauso legitim und nachvollziehbar wie der Wunsch danach, ein Jahr lang Impact in der Welt zu hinterlassen und in Form von Freiwilligenarbeit im Ausland nachhaltig etwas Gutes zu tun.

Es ist jedoch wichtig, diese beiden Wünsche klar voneinander abzugrenzen und niemals zu vermischen. Denn die Merkmale einer Reise gehen nicht mit den Merkmalen hochwertiger Freiwilligenarbeit zusammen. Es sind zwei unterschiedliche Konzepte mit unterschiedlichen Zielen. Die Vermischung der beiden Konzepte ist der Punkt, an dem es anfängt, problematisch zu werden.

Und zwar dann, wenn du nach der Schule raus in die Welt ziehen und ein bisschen was von allem willst. Denn das führt zu immer mehr Voluntourismus-Angeboten auf dem Markt. Es führt zu immer mehr Profitgier bei kommerziellen Reiseveranstaltern. Und es führt zu immer mehr Problemen für die einheimische Bevölkerung in den Ländern der Dritten Welt, in denen Voluntourismus-Angebote geschaffen werden müssen, um die Nachfrage von jungen reisehungrigen Leuten wie dir zu bedienen.

Das hat nicht zuletzt die Doku des WDR auf erschreckende Art und Weise eindrucksvoll bewiesen.

In diesem Sinne: Volunteering versus Voluntourismus – was wählst du und wozu sagst du lieber NEIN? Ich hoffe, dass ich dir bei dieser Entscheidung behilflich sein konnte. Egal, was du nach dem Abi machst – entscheide dich für eines. Freiwilligenarbeit oder eine Reise. Entweder oder. In jedem Fall wünsche ich dir viel Spaß da draußen in der Welt. Es gibt viel zu entdecken – der Planet wartet auf dich!

Übrigens: Wenn du in Sachen Auslandsjahr nach dem Abi immer auf dem Laufenden bleiben willst, dann folge mir bei Instagram, wenn du es nicht eh schon tust.

Und wenn du konkrete Fragen zu deinem Auslandsjahr nach dem Abi hast, sei es zu Programmwahl, deinen Möglichkeiten in der Welt, wie man sich clever vorbereitet, wie man ein kleines Vermögen für sein Auslandsjahr anspart oder was auch sonst dir auf dem Herzen liegt, dann buche dir einfach dein kostenloses und völlig unverbindliches Kennenlernen mit mir, Julia! Ich freue mich jedenfalls auf dich!

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